https://www.faz.net/-gq5-7xce6

Amerika : Schwarzer Polizistenmörder hingerichtet

  • Aktualisiert am

Kampagne gegen rassistische Urteile in Amerika: Gefangenentransport in Georgia, wo in dieser Nacht ein Schwarzer hingerichtet wurde. Bild: AP

Im Bundesstaat Georgia ist in der Nacht zum Mittwoch ein Schwarzer für den Mord an einem weißen Polizisten hingerichtet worden. Seine Verteidiger hatten immer wieder ein haarsträubendes Verfahren beklagt.

          Inmitten eines Klimas der Wut über den Tod mehrerer Schwarzer durch Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten ist im Bundesstaat Georgia ein Schwarzer für den Mord an einem weißen Polizisten hingerichtet worden. Der 49 Jahre alte Robert Wayne Holsey wurde am Dienstag um 22.51 Uhr (Ortszeit) von den Behörden für tot erklärt, nachdem ihm eine Giftspritze verabreicht worden war. Seine Verteidiger hatten immer wieder ein haarsträubendes Verfahren beklagt – ohne Erfolg.

          Holsey war 1995 wegen Mordes an einem 26 Jahre alten Polizisten zum Tode verurteilt worden. Er war im Verfahren von einem weißen Anwalt vertreten worden, der chronischer Alkoholiker war, schwarze Nachbarn seines Mandanten rassistisch beleidigt hatte und kurz nach dem Todesurteil gegen Holsey selbst wegen Betruges hinter Gittern landete. Der Anwalt hatte es versäumt, mildernde Umstände wie die von Gewalt geprägte Kindheit des Angeklagten geltend zu machen.

          Die Hinrichtung Holseys war die 34. Exekution in Amerika in diesem Jahr. Die Vereinigten Staaten werden derzeit von einer Welle der Empörung über den Tod von fünf Schwarzen durch Polizeigewalt erschüttert. Bislang wurde keiner der weißen Täter gerichtlich belangt. Am Dienstag wurde eine Kampagne „Post Ferguson“ gestartet, die eine Abschaffung der Todesstrafe fordert. Die Initiatoren beklagen, dass viele Todesurteile rassistische Hintergründe haben.

          Weitere Themen

          Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus Video-Seite öffnen

          Künftige Justizministerin : Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus

          Der „unfassbare Mord“ an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeige, dass die Verteidigung des Rechtsstaates aktueller denn je sei, sagte die SPD-Politikerin Christine Lambrecht, die von der Parteiführung als kommende Justizministerin vorgestellt wurde.

          Der Kampf gegen die Braunkohle Video-Seite öffnen

          Aktivisten von „Ende Gelände“ : Der Kampf gegen die Braunkohle

          Im rheinischen Braunkohlerevier stehen die Zeichen dieser Tage auf Protest. Aktivisten der Initiative „Ende Gelände“ haben zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. Nun hat sich auch die Schülerbewegung „Fridays for Future“ mit „Ende Gelände“ solidarisiert.

          Topmeldungen

          Zu viel? Hundert Gramm Ei enthalten rund 373 Milligramm Cholesterin. Hundert Gramm Schinken rund 55 Milligramm.

          FAZ Plus Artikel: Cholesterin : Böses Ei, gutes Ei

          Lieber Müsli statt Croissant und Ei? Einer der hartnäckigsten Ernährungsmythen ist der vom schädlichen Cholesterin im Essen. Doch wie schlimm ist der fetthaltige Naturstoff wirklich?
          Die Runde bei Maischberger

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Merkel for Future?

          Ist Friedrich Merz der lachende Dritte in der Frage um die Kanzlerkandidatur? In der Runde um Sandra Maischberger konnte er seine Ansichten zum Umgang mit der AfD jedenfalls schon einmal kundtun. Daneben wurden unter anderem der Klimawandel und der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke diskutiert.

          Bundesliga-Transfermarkt : So plant der FC Bayern ohne Hummels

          Mit Mats Hummels’ Abgang bauen die Münchner ihren Kader weiter um. Und das soll noch längst nicht alles gewesen sein. Denn es gibt beim FC Bayern weitere spannende Personalien in diesem Transfer-Sommer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.