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Schießerei in Ottawa : „Kanada wird sich nicht einschüchtern lassen“

  • Aktualisiert am

Ein Polizist beobachtet vor einem Starbucks-Shop in Ottawa nach der Schießerei im Regierungsviertel die Umgebung Bild: AFP

Im kanadischen Regierungsviertel in Ottawa sind Schüsse gefallen. Ein Soldat wurde erschossen. Einen Täter tötete die Polizei. Die Suche nach weiteren Schützen dauert an. Arbeitsminister Kenney wendet sich mit einer Botschaft an seine Landsleute.

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          Nach der Schießerei im kanadischen Regierungsviertel hat Arbeitsminister Jason Kenney über Twitter der „Familie des getöteten Soldaten“ kondoliert und erklärt, er bete für den verwundeten Wachmann am Parlamentsgebäude. „Kanada wird sich nicht terrorisieren oder einschüchtern lassen“, erklärte Kenney. Der Bürgermeister von Ottawa, Jim Watson, sagte auf einer Pressekonferenz: „Heute ist ein trauriger und tragischer Tag für unsere Stadt und für unser Land.“ Nach Angaben des Weißen Hauses telefonierte der amerikanische Präsident Barack Obama kurz nach dem Vorfall mit dem kanadischen Premierminister Harper. Obama verurteilte die „abscheuliche Attacke“ und beteuerte die Solidarität der Amerikaner.

          Bei einem Anschlag auf das kanadische Regierungsviertel hatte ein Mann einen Wachsoldaten vor dem Kriegsdenkmal in der Hauptstadt Ottawa erschossen. Anschließend wurden im nahe gelegenen Parlament mehrere Dutzend Schüsse abgefeuert. Dabei wurde ein weiterer Wachmann verletzt. Die Polizei widersprach Angaben, wonach in einem Einkaufszentrum in der Innenstadt ebenfalls geschossen worden sei.

          Es blieb zunächst unklar, um wie viele Täter es sich handelte. Die kanadische Polizei bestätigte, dass einer der Angreifer im Parlamentsgebäude getötet worden sei. Ein weiterer Angreifer sollte sich zunächst auf dem Dach des Parlamentsgebäudes verschanzt gehalten haben.

          Ein Regierungsvertreter sagte, Premierminister Stephen Harper, der sich im Parlamentsgebäude befunden habe, sei in Sicherheit gebracht worden. Auch die Vorsitzenden der wichtigsten Parteien konnten offenbar aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ teilten Abgeordnete mit, sie seien in Sicherheit. Es wurden Bilder verbreitet, auf denen zu sehen war, wie die Sicherheitskräfte die Parlamentsräume durchsuchten.

          Das kanadische Parlament, der Regierungssitz und das gesamte umliegende Stadtviertel wurden von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Sämtliche Schulen in der Umgebung wurden geschlossen. Gepanzerte Fahrzeuge und schwerbewaffnete Polizisten und Soldaten gingen vor dem Parlament in Stellung. Sie errichteten Straßensperren, an denen Autos kontrolliert wurden, die aus Ottawa hinaus fuhren. Kanada und die Vereinigten Staaten versetzten ihre Luftverteidigung in erhöhte Alarmbereitschaft. Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, das Stadtzentrum zu meiden und keine Bilder und Videos von den Anschlagsorten zu veröffentlichen, um die Verfolgung der mutmaßlichen Attentäter nicht zu behindern.

          Der Hintergrund des Angriffes war zunächst unklar. Erst am Montag hatte ein muslimischer Konvertit einen Soldaten mit seinem Auto in Saint-Jean-sur-Richelieu rund vierzig Kilometer südöstlich von Montreal überfahren und getötet. Der 25 Jahre alte Fahrer wurde nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen. Die Tat des Mannes wurde von der kanadischen Regierung als terroristisch bezeichnet. Die Regierung in Ottawa hob anschließend die Terrorwarnstufe von Niedrig auf Mittel an. Der Mann war nach Angaben kanadischer Behörden ein Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Die kanadische Luftwaffe soll demnächst die amerikanisch geführte Militärallianz unterstützen, die IS-Stellungen in Syrien und dem Irak bombardiert. Der IS hat seine Anhänger zu Angriffen in den Staaten aufgerufen, die der internationalen Allianz angehören oder sie unterstützen.

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