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Revolutionsführer : Kuba feiert den 90. Geburtstag von Fidel Castro

  • Aktualisiert am

Totgesagte leben länger: Fidel Castro an seinem 90. Geburtstag. Bild: AP

An seinem 90. Geburtstag tritt der kubanische Revolutionsführer noch mal ins Rampenlicht. Er nutzt den historischen Anlass, um gegen einen alten Gegner auszuteilen.

          An seinem 90. Geburtstag hat sich der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro erstmals seit vier Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Der frühere Präsident des sozialistischen Karibikstaats kam am Samstag gemeinsam mit seinem Bruder und Nachfolger Raúl Castro sowie dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro zu einer Kultur-Gala ins Karl-Marx-Theater in Havanna.

          Die rund 5000 Gäste skandierten „Fidel, Fidel“. Castro sah sich eine Tanz- und Gesangsdarbietung einer Kindergruppe an. Auch der Sänger Omara Portuondo vom Buena Vista Social Club trat auf. Am Ende sangen die Kinder Castro ein Geburtstagsständchen.

          Zuletzt war der legendäre Revolutionsführer im April beim Parteitag der Kommunistischen Partei öffentlich in Erscheinung getreten. „Wir alle kommen an die Reihe“, sagte er damals und rührte einige Delegierten damit zu Tränen. „Vielleicht ist es eines der letzten Male, dass ich in diesem Saal spreche.“

          Putin gratuliert

          Nun gratulierten Verbündete und politische Weggefährten Castro zum Geburtstag. Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte am Samstag mit dem früheren Staatschef der sozialistischen Karibikinsel und betonte die enge Verbindung der beiden Länder.

          Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega sagte, Castro habe sein ganzes Leben für Frieden und Gerechtigkeit gekämpft. Boliviens Präsident Evo Morales strich Castros Verdienst um die ganze Region heraus. „Die kubanische Revolution ist die Mutter der Revolution in Lateinamerika“, schrieb er auf Twitter.

          Venezuelas Präsident Nicolás Maduro nimmt sich eine Auszeit von der schweren Wirtschaftskrise in seinem Land und feiert mit Castro dessen Geburtstag.

          „Ich bin dankbar für all die Zeichen des Respekts, die Grüße und Geschenke, die ich in diesen Tag erhalten habe“, schrieb Castro in einem in der Parteizeitung „Granma“ veröffentlichten Artikel. „Das gibt mir die Kraft, mit Ideen zu antworten, die ich an die Mitglieder unserer Partei und nahe stehenden Organisationen übermitteln werde.“

          Kritik an Obama

          Castro wird von vielen Kubanern immer noch für die Befreiung Kubas von der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten verehrt. 1959 stürzte er eine pro-amerikanische Diktatur und installierte unter dem Einfluss der damaligen Sowjetunion eine kommunistische Regierung. In alter Manier kritisierte er in seinem Gastbeitrag den amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Dieses Mal für seine Rede im Mai in Hiroshima: Obama hätten die Worte gefehlt, um für den Tod von Hunderttausenden um Entschuldigung zu bitten, schrieb Castro. Obama und Raul Castro hatten im Dezember 2014 angekündigt, die Beziehung der beiden lange Zeit verfeindeten Länder zu normalisieren.

          Castro war offiziellen Angaben zufolge am 13. August 1926 in dem Ort Birán im Osten Kubas als unehelicher Sohn eines spanischstämmigen Großgrundbesitzers und dessen Hausangestellter zur Welt gekommen. Mit einer Guerillatruppe stürzte er den Diktator Fulgencio Batista und stand dann jahrzehntelang an der Spitze der sozialistischen Regierung. Nach einer komplizierten Operation 2006 zog er sich aus der Politik zurück und übergab die Macht an seinen Bruder Raúl Castro.

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