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Südamerika : Proteste in Brasilien

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Protest mit Quietscheentchen: Demonstranten fordern den Rauswurf von Präsidentin Rousseff. Bild: dpa

Korruptionsskandale und eine schwere Wirtschaftskrise haben das Vertrauen in die Staatschefin erschüttert. Abermals fordern zehntausende Demonstranten die Absetzung von Präsidentin Rousseff. 

          In Brasilien haben abermals zehntausende Menschen für die Absetzung von Staatschefin Dilma Rousseff demonstriert. In 39 Städten gingen am Sonntag rund 81.000 Regierungsgegner auf die Straße, berichteten lokale Medien. Die Organisatoren gingen demnach sogar von 385.000 Demonstranten aus. Alleine in der Wirtschaftsmetropole São Paulo beteiligten sich rund 30.000 Menschen an einem Protestmarsch, der von einer riesigen Rousseff-Puppe als Lügen-Pinocchio angeführt wurde.

          Es waren bereits die vierten Massenkundgebungen gegen die Staatschefin in diesem Jahr. Diesmal beteiligten sich allerdings deutlicher weniger Menschen an den Demonstrationen. Im März waren landesweit noch 2,4 Millionen Menschen gegen Rousseff auf die Straße gegangen. Bei der Präsidentschaftsstichwahl im Oktober 2014 war die Politikerin noch mit knapper Mehrheit im Amt bestätigt worden.

          Brasilien steckt seit langem in einer tiefen Rezession. Zudem wird das fünftgrößte Land der Welt von Korruptionsskandalen erschüttert. Staatschefin Rousseff steht selbst am Pranger. Parlamentspräsident Eduardo Cunha kündigte zuletzt die Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens wegen angeblicher Tricksereien bei den Haushaltszahlen an.

          Ihre Gegner hatten sich zuletzt eine Mehrheit in dem für eine mögliche Amtsenthebung wichtigen Sonderausschuss gesichert. Gibt der Ausschuss seine Zustimmung zum Amtsenthebungsverfahren, muss zunächst das Unterhaus über Rousseffs Absetzung abstimmen. Ein Gericht muss allerdings noch entscheiden, ob der Ausschuss rechtmäßig zustande gekommen ist.

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