https://www.faz.net/-gq5-84405

Präsidentschaftsrennen : Ex-Republikaner will Hillary links überholen

  • Aktualisiert am

Lincoln Chafee gibt seine Kandidatur bekannt Bild: AP

Er stimmte gegen den Irak-Krieg, will fairen Welthandel und das Ende der Drohnenangriffe. Als Republikaner schaffte es Lincoln Chafee dennoch in hohe Ämter. Nun tritt er auf Seiten der Demokraten gegen Hillary Clinton an.

          1 Min.

          Der frühere republikanische Gouverneur Lincoln Chafee geht als vierter Bewerber ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Demokraten. Der 62 Jahre alte ehemalige Senator und Gouverneur von Rhode Island kündigte seine Bewerbung am Mittwoch in bescheidenem Rahmen bei einer außenpolitischen Rede in der Virginia University an.

          Dabei sprach er sich für einen Einsatz Amerikas für Frieden und fairen Handel, für das Ende „extralegaler Tötungen durch Drohnenangriffe“ und für eine Heimkehr des wegen seiner Enthüllungen verfolgten Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus.

          "Frieden wagen"

          Die Vereinigten Staaten stünden vor vielen Herausforderungen und insbesondere in der Außenpolitik bedürfe es eines klugen Präsidenten, sagte Chafee am Mittwoch. Als Präsident wolle er „Frieden wagen“ und „unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen“.

          Chafee war bereits als Republikaner für seine liberalen Ansichten bekannt gewesen. Er setzte sich für das Recht auf Abtreibung, für die Homo-Ehe sowie für höhere Steuern für Reiche ein. 2013 wechselte er zu den Demokraten.

          Dichtes Bewerberfeld

          Als Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Auch der liberale Senator Bernie Sanders und der frühere Gouverneur von Maryland, Martin O’Malley, bewerben sich.

          Chafee hat laut einer Umfrage des Instituts RealClearPolitics eine Zustimmungsrate von gerade einmal einem Prozent.

          Dennoch könnte er Clinton das Leben schwer machen. Bereits im April hatte er in einem Interview mit der „New York Times“ darauf hingewiesen, dass sie 2002 im amerikanischen Senat für die US-Invasion im Irak gestimmt habe. Der nächste Präsident „sollte nicht für diesen Krieg gestimmt haben“, sagte Chafee, der als einziger Republikaner gegen den Militäreinsatz gestimmt hatte.

          Weitere Themen

          Flucht vor dem politischen Chaos

          Migration aus Tunesien : Flucht vor dem politischen Chaos

          Die politische Lage in Tunesien könnte wieder mehr junge Menschen dazu bringen, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Offenbar verlassen auch immer mehr Akademiker das nordafrikanische Land.

          Topmeldungen

          
              Die Zeit am Rebstock ist vorbei:   Ein Erntehelfer erntet reife Trauben von einer Weinrebe.

          Neues Weingesetz : Krach im Weinberg

          Das neue Weingesetz ist beschlossen, der Streit unter den Winzern geht weiter. Die Genossenschaften treten aus dem Deutschen Weinbauverband aus. Es geht auch um die Frage: Was definiert die Qualität?

          Besuch in Flutgebieten : Laschet erlebt die Wut

          Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen besucht Orte, die hart von der Flut getroffen wurden. Da entlädt sich der Ärger von Betroffenen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.