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Präsidentenwahl : Keiko Fujimori vor Niederlage in Peru

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Sie war als Favoritin in die Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru gegangen, doch nun droht Keiko Fujimori eine Niederlage. Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten früheren Präsidenten liegt hinter dem Ökonom Pedro Pablo Kuczynski.

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          Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Präsidentenwahl in Peru: Nach Auszählung von etwa der Hälfte der Stimmen liegt der Ökonom Pedro Pablo Kuczynski mit 50,6 Prozent ganz knapp vor seiner Konkurrentin Keiko Fujimori mit 49,4 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte.

          Zwei Hochrechnungen privater Institute direkt nach Schließung der Wahllokale hatten Kuczynski als knappen Gewinner ausgegeben, eine andere Hochrechnung sah die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori vorn. Die Wahlkommission warnte nach Bekanntgabe der ersten Zahlen vor vorschnellen Rückschlüssen: Es stünden noch viele Ergebnisse aus abgelegeneren Regionen aus, sagte ihr Vorsitzender Mariano Cucho.

          Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten

          Beide Kandidaten gelten als eher rechtsgerichtet. Kuczynski (77) verwies im Wahlkampf auf seine Erfahrungen als ehemaliger Wall-Street-Banker und Wirtschaftsminister. Die Linkspolitikerin Verónika Mendoza, Drittplatzierte der ersten Runde, hatte dem Neoliberalen Unterstützung zugesichert, um dem Fujimorimus den Weg zurück an die Macht zu versperren. Alberto Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Er sitzt wegen Menschenrechtsverbrechen und Korruption in Haft.

          Keiko Fujimori hat sich im Wahlkampf von ihrem Vater distanziert. Ihre Gegner fürchten jedoch, dass die rechtspopulistische Politikerin dessen autoritäre Politik fortsetzen könnte. Die 41-Jährige hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl deutlich mit 40 Prozent gewonnen und war als Favoritin in die Stichwahl am Sonntag gegangen.

          Im Endspurt aufgeholt

          Kuczynski hatte im April rund 21 Prozent der Stimmen erreicht. Im Wahlkampfendspurt in der vergangenen Woche holte er stark auf und gewann nach Einschätzung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos die unentschlossenen Wähler.

          Der scheidende Präsident Ollanta Humala, der als Mitte-Links-Kandidat angetreten war, durfte laut Verfassung kein zweites Mal kandidieren. Sein Nachfolger soll am 28. Juli vereidigt werden.

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