https://www.faz.net/-gq5-8hevd

Gewalt gegen Schwarze : Polizist im Fall Freddie Gray freigesprochen

  • Aktualisiert am

Der Polizist Edward Nero (im Anzug) vor seinem Freispruch Bild: dpa

Freddie Gray wurde in Polizeigewahrsam verletzt und starb. Einer der Polizisten ist nun freigesprochen worden. Bis zu der Frage, ob er den Afroamerikaner verletzt haben könnte, kam das Gericht gar nicht erst.

          1 Min.

          Gut ein Jahr nach dem Tod des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam ist ein Polizist in Baltimore freigesprochen worden. Der 30 Jahre alte Edward Nero war wegen Körperverletzung, grob fahrlässiger Gefährdung und Amtsvergehen angeklagt worden. Ein Gericht befand ihn am Montag für nicht schuldig.

          Es ist das erste Urteil in dem Fall. Der 25 Jahre alte Gray hatte im April 2015 nach seiner Festnahme im Polizeigewahrsam schwere Rückenverletzungen erlitten, war ins Koma gefallen und eine Woche später gestorben. Sein Tod löste in der Ostküstenmetropole tagelange Proteste und schwere Unruhen aus.

          Nero war einer von drei Polizisten einer Fahrradstaffel, die Gray verfolgt und festgenommen hatten. Auf einem Video, das Augenzeugen aufgenommen haben, ist zu sehen, wie zwei Polizisten ihn am Boden festhalten und Gray offensichtlich unter Schmerzen schreit. Anschließend tragen sie ihn in einen Polizeitransporter. Die Beamten erklärten, Gray habe ein Klappmesser bei sich gehabt.

          Die Staatsanwaltschaft warf dem Weißen Nero vor, Gray ohne Grund festgenommen und ihn in den Wagen gelegt zu haben, ohne ihn anzuschnallen. Der Richter Barry Williams erklärte am Montag, es gebe keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass Nero direkt an der Festnahme beteiligt war.

          Verfahren gegen sechs Polizisten

          Insgesamt müssen sich in dem Fall sechs Polizisten in getrennten Verfahren verantworten. Ein erster Prozess gegen den Beamten William Porter hatte im vergangenen November begonnen. Weil die zwölfköpfige Jury sich aber über drei Tage nicht darauf einigen konnte, ob Porter schuldig ist, muss das Verfahren gegen ihn neu aufgerollt werden.

          Nero hatte sich gegen ein Geschworenenverfahren entschieden. Der Richter in seinem Prozess war ein Schwarzer.

          Ein Demonstrant im Gerichtsgebäude in Baltimore. In der Stadt hatte es nach dem Tod von Freddie Gray heftige Ausschreitungen gegeben.

          Die Bürgermeisterin von Baltimore, Stephanie Rawlings-Blake, rief nach dem Urteil dazu auf, Ruhe zu bewahren. „Das ist unser amerikanisches Rechtssystem und Polizisten müssen sich in dem selben Rechtssystem verantworten wie jeder andere Bürger in dieser Stadt, diesem Staat und diesem Land“, erklärte sie. Nun da das Verfahren gegen Nero abgeschlossen sei, erwarte ihn eine interne Überprüfung. „Falls es in der Stadt zu Unruhen kommt, sind wir vorbereitet.“

          Weitere Themen

          Söder (sic!)

          Fraktur : Söder (sic!)

          Im Tanzen zeigt sich die Qualität der Akteure auch darin, das jeweilige Gegenüber gut aussehen zu lassen. Aber gilt das auch für den Journalismus?

          Topmeldungen

          Christian Sewing und Martin Zielke (rechts)

          Nach Zielkes Rückzug : Sewing, übernehmen Sie!

          Es darf bezweifelt werden, dass die Commerzbank den Weg aus ihrer schwersten Krise alleine findet. Und so dürfte es mit Blick auf den Chef der Deutschen Bank bald heißen: Herr Sewing, übernehmen Sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.