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Umweltproteste in Amerika : Wieder Festnahmen wegen Ölpipeline im kargen Nordwesten

  • -Aktualisiert am

Die Demonstrationen in North Dakota finden mitten auf dem platten Land statt. Bild: dpa

Lange Zeit fast unbemerkt von der Öffentlichkeit formiert sich in North Dakota eine beharrliche Bewegung gegen die Ölindustrie. Ureinwohner spielen eine wichtige Rolle. Nun gab es mehr als 80 Festnahmen.

          Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei sind am Samstag 83 Menschen an einer Ölpipeline-Baustelle in North Dakota festgenommen worden. Insgesamt protestierten etwa 300 Demonstranten dagegen, dass durch den Bau der Leitung unter anderem heilige Stätten der amerikanischen Ureinwohner beeinträchtigt und das Trinkwasser verunreinigt werden könnten.

          Den Festgenommenen drohen Strafverfahren wegen Übergriffen gegen Beamte, Beteiligung an Randale und unbefugten Betretens. Sprecher der Demonstranten wiesen die Vorwürfe zurück und kritisierten das martialische Auftreten der Einsatzkräfte. In der Nähe der Baustelle befindet sich seit geraumer Zeit ein Protestlager. Am 10. Oktober waren hier bereits 20 Demonstranten festgenommen worden.

          Die von einem texanischen Unternehmen geplante mehr als 1800 Kilometer lange Dakota-Access-Pipeline soll von den Bakken-Ölfeldern in North Dakota in Richtung Südosten über South Dakota und Iowa in den Bundesstaat Illinois führen. Seit geraumer Zeit gibt es es in den betroffenen Staaten Protestaktionen gegen dieses und ähnliche Projekte mit zahlreichen Teilnehmern. Dabei kam es wiederholt zu umstrittenen Festnahmen, unter anderem von Journalisten, die die Ereignisse festhalten wollten.

          Nicht im Blickwinkel der Öffentlichkeit

          Dakota Access zählt zu den umstrittensten Pipeline-Projekten in den Vereinigten Staaten, da die Rohre täglich bis zu 570.000 Barrel Öl unter Flüssen wie dem Missouri und dem Mississippi transportieren sollen. Im vergangenen November war ein ähnliches Projekt, die Pipeline Keystone XL, an Präsident Barack Obamas Veto gescheitert. Während die Proteste gegen die Keystone-Pipeline Amerika jahrelang beschäftigt hatten, blieben Berichte über den indianischen Widerstand gegen das Projekt Dakota Access lange aus. Sprecher der Stämme warfen den Medien vor, nicht über die Besetzung des Baugebiets zu berichten, da vor allem „Native Americans“ betroffen seien.

          Erst durch Beiträge von Hollywood-Stars in sozialen Netzwerken sei die Öffentlichkeit auf den Widerstand der Indianer aufmerksam geworden. Große Aufmerksamkeit erreichte die Schauspielerin Shailene Woodley, als sie am 10. Oktober an den Protesten teilnahm und die Aktionen der Polizei inklusive ihrer eigenen ihre Festnahme live über Facebook streamte.

          Das zweistündige Video der Hauptdarstellerin aus dem Film „Snowden“ wurde bislang allein auf ihrer Facebookseite fast fünf Millionen Mal abgerufen.

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