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Online-Kampagne : Amerikas Kampf gegen die IS-Propaganda

  • Aktualisiert am

Bild: Picture-Alliance

Das amerikanische Außenministerium verbreitet Propaganda-Bilder der islamistischen Terrormiliz IS in kommentierter Version. Es will Sympathisanten abschrecken und Widersprüche aufdecken. Eine fragwürdige Strategie.

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          Es sind grauenhafte Propaganda-Bilder der Terrormiliz „Islamischer Staat“.. Ein Mann wird auf offener Straße ausgepeitscht. Eine andere Sequenz zeigt Massenexekutionen, danach sind abgetrennte Köpfe zu sehen. Gräueltaten wie diese werden seit Monaten von der IS über die sozialen Netzwerke verbreitet, um neue Kämpfer und Unterstützer für ihren Krieg im Nahen Osten zu rekrutieren. Doch in diesem Fall veröffentlichen die Bilder keine Terroristen, sondern das Außenministerium der Vereinigten Staaten - in einem Videozusammenschnitt.

          „Willkommen im IS-Land“ heißt das eine Minute und neun Sekunden lange Video, dass auf Youtube zu sehen ist. Gespickt ist es mit zynischen   Kommentaren. „Die Reise zur IS ist günstig, ihr braucht schließlich keine Rüchfahrkarte“, heißt es dort beispielsweise. An anderer Stelle wird nüchtern gewarnt: Wer für den IS kämpfe, werde unschuldige Muslime töten.

          „Wir wollen potentielle IS-Sympathisanten erreichen und ihnen die Brutalität, die Täuschungen und Widersprüche zeigen“, erklärte Marie Harf, Sprecherin des Außenministeriums, gegenüber der „Washington Post“. Die Vereinigten Staaten wollen der Propaganda-Welle der Islamisten endlich Herr werden. Ein riskanter Zug. Denn dabei helfen sie zugleich, die brutalen Bilder des IS-Terrors weiter zu verbreiten. „Willkommen im IS-Land“ wurde am 22. August vom Außenministerium hochgeladen. Bis zu diesem Montag haben es bereits über 600.000 Menschen gesehen.

          Kritik von Experten

          Sechs Millionen Dollar geben die Vereinigten Staaten jährlich für den Kampf gegen islamistische Internetpropaganda aus. Das Center for Strategic Counterterrorism Communications, eine Abteilung des Außenministeriums, verfügt mittlerweile über rund 50 Angestellte. Sie analysieren und antworten auf die Propaganda militanter Islamisten in den sozialen Netzwerken. Meistens auf Arabsisch, seltener in Englisch.

          Experten üben Kritik daran. „Die Projekte der Regierung gehen oft schief, weil sie es nicht schaffen, Militante oder deren Sympathisanten anzusprechen“, sagte Evan Kohlmann, IT-Leiter von Flashpoint Global Partners, der „Washington Post“. Sein Unternehmen beobachtet die Webseiten militanter Gruppen. Das Außenministerium habe nicht erkannt, dass die meisten Unterstützer der IS aus dem Westen begeistert auf Videos von Hinrichtungen und Selbstmordanschlägen reagieren würden. Eine abschreckende Wirkung hätten diese Bilder nicht.

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