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50 Tote im Nachtclub : Wer ist der Täter von Orlando?

  • -Aktualisiert am

Der 29 Jahre alte Omar Mateen soll in einem Schwulenclub in Orlando etwa 50 Menschen getötet haben Bild: Twitter

Vor dem Attentat hat er den Notruf gewählt und sich zum IS bekannt. Sein Vater äußerte erste Vermutungen zu einem Motiv.

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          Bei dem Massaker in einem Schwulenclub in Orlando starben 50 Menschen, als ein Attentäter dort wild um sich schoss. Nun hat das FBI den Ttäter identifiziert.

          Omar Mateen war Bürger der Vereinigten Staaten mit afghanischen Wurzeln. Die Sender CBS, NBC und die „Washington Post“ berichteten unter Berufung auf die Justiz, er sei 1986 in Amerika geboren worden und habe in St. Port Lucie gelebt, das liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Orlando. In die Stadt fuhr er mit einem Mietwagen. Der Täter war unter anderem mit einem Sturmgewehr schwer bewaffnet und den Ermittlern zufolge sehr gut vorbereitet. Mateen arbeitete laut Medienberichten für einen privaten Sicherheitsdienst. Die Waffe hatte er kurz vor der Tat legal erworben.

          Der Vater des Beschuldigten hat sich mittlerweile im amerikanischen Fernsehen geäußert. Dort bestreitet er, dass sein Sohn aus religiösen Motiven gehandelt haben könnte. Nach seinen Worten könnte blanker Hass auf Schwule das Motiv gewesen sein. Sein Sohn sei einmal "sehr wütend" geworden, als sich zwei Männer vor seiner Frau und seinem Kind geküsst hätten, sagt er dem Sender NBC News.

          Nach Informationen der Washington Post hat Mateens Vater eine lokale Fernsehsendung moderiert in der er politische Meinungen kundgetan hat. Erst vor kurzem hat er dort seine Kandidatur für die afghanische Präsidentschaftswahlen verkündet. Einige seiner Videos kann man auf einem Youtube-Kanal ansehen.

          Die Washington Post hat mit Mateens Ex-Frau gesprochen. Nach ihren Aussagen soll ihr früherer Ehemann zu spontanen und gewalttätigen Wutausbrüchen geneigt haben. Damals sei er aber nicht religiös gewesen und hätte keine Verbindungen zum IS gehabt.

          Möglicher Terrorakt : 50 Tote bei Angriff auf Nachtclub in Florida

          Attentäter bekennt sich zum IS

          Das FBI habe ihn zwei Mal - 2013 und 2014 - wegen möglicher Verbindungen zum IS auf dem Radar gehabt, sagte ein Vertreter des Bundeskriminalamts vor Journalisten. Der Mann habe aber nicht unter Beobachtung gestanden. Die Ermittler bestätigten mittlerweile, dass Mateen vor seiner Tat den Notruf gewählt habe, um sich zum IS zu bekennen. Darin soll er sich auch auf das Bombenattentat in Boston 2013 bezogen haben.

          Auf einer Twitter-Seite aus dem Umfeld des Islamischen Staates wurde daraufhin das Bild von Mateen veröffentlicht. Wie die IS-Nachrichtenagentur Amaq am Sonntag unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle meldete, wurde der „Angriff, der einen Nachtclub für Homosexuelle in Orlando, Florida, zum Ziel hatte und mehr als 100 Tote und Verletzte zurückließ von einem Kämpfer des Islamischen Staats ausgeführt“.

          Immer wieder kommt es vor, dass „einzelne Wölfe“ im Namen des IS Attentate verüben, mit der Terrororganisation aber nie in Kontakt standen, wie zuletzt bei dem Attentat in San Bernardino auf eine gemeinnützige Einrichtung.

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