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Drogenpolitik : Nachbarstaaten verklagen Colorado wegen Marihuana-Freigabe

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Der Anbau von Marihuana-Pflanzen ist in den Vereinigten Staaten - mit Ausnahme von Colorado - nur zu medizinischen Zwecken erlaubt Bild: AFP

Seit fast einem Jahr dürfen Erwachsene in Colorado Marihuana kaufen. Das ärgert die Nachbarstaaten. Sie sehen ihre eigene Drogenpolitik untergraben und ziehen jetzt sogar vor den Obersten Gerichtshof.

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          Der amerikanische Bundesstaat Colorado ist wegen der Freigabe von Marihuana von zwei Nachbarstaaten vor dem Obersten Gerichtshof in Washington verklagt worden. Colorado habe eine „gefährliche Lücke“ im bundesweiten System zur Drogenkontrolle geschaffen, kritisierten Oklahoma und Nebraska in der am Donnerstag von der Zeitung „Denver Post“ veröffentlichten Klageschrift. Durch diese „Lücke“ gelange Marihuana in die Nachbarstaaten und belaste die Arbeit der dortigen Justizbehörden.

          Colorados Generalstaatsanwalt John Suthers sagte, die Klage der Nachbarn vor dem Supreme Court komme nicht unerwartet. Seiner Auffassung nach liege das Hauptproblem aber in der mangelnden Umsetzung von Bundesgesetzen und nicht in der Entscheidung der Wähler in Colorado zur Freigabe von Marihuana. Befürworter der Marihuana-Legalisierung nannten die Klage „unbegründet“. „Diese Leute sind auf der falschen Seite der Geschichte“, erklärte Mason Tvert von der Lobbygruppe Marijuana Policy Project.

          Die Bürger von Colorado hatten im November 2012 für die Freigabe von Marihuana gestimmt, seit Januar 2014 können in dem westlichen Bundesstaat Erwachsene über 21 Jahren Cannabis-Produkte zum persönlichen Gebrauch erwerben. Ein halbes Jahr später folgte der Bundesstaat Washington, dessen Bevölkerung sich ebenfalls in einem Referendum für ein Ende des Marihuana-Verbots ausgesprochen hatte. Vergangenen Monat stellten dann auch Oregon und Alaska in Volksabstimmungen die Weichen für einen legalen Verkauf des Rauschmittels.

          Verfrüht war die Freude dagegen unter Marihuana-Konsumenten in der amerikanischen Hauptstadt Washington DC: Der Kongress baute in ein Haushaltsgesetz eine Klausel ein, die der in einem Referendum Anfang November beschlossenen Legalisierung einen Riegel vorschiebt. Der Bundesbezirk Washington steht unter der Oberaufsicht von Senat und Repräsentantenhaus. Wie in einer Reihe von Bundesstaaten ist Marihuana in der Hauptstadt allerdings zu medizinischen Zwecken legal.

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