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Obamas Antiterrorberaterin : Lisa Monaco - Managerin mit kühlem Kopf

Vom Justizministerium ins Weiße Haus: Lisa Monaco Bild: Congressional Quarterly

Im März trat Lisa Monaco den Posten als Antiterrorberaterin von Präsident Obama an. Der Bostoner Bombenanschlag einen Monat später dürfte ihre Überzeugung von Abhör- und Überwachungsmaßnahmen gefestigt haben.

          Lisa Monacos erste Bewährungsprobe als Antiterrorberaterin von Präsident Obama war der Terroranschlag auf den Marathon in Boston, der Stadt, in der sie 1965 geboren wurde. Das Amt hatte sie etwas mehr als einen Monat zuvor angetreten, am 8. März. Ihr Vorgänger John Brennan, der Obamas Taktik im Kampf gegen Terroristen in Übersee und auf Heimatboden seit dem Amtsantritt des Präsidenten von Januar 2009 an wesentlich geprägt hatte, war zum Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA befördert worden.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Eine Einarbeitungszeit in ihren neuen Posten brauchte Frau Monaco nicht. Denn auf ihrem vorherigen Posten als Abteilungsleiterin für Heimatschutz im Justizministerium war sie ebenfalls seit Juli 2011 für den Kampf gegen den Terrorismus zuständig gewesen.

          Dort hatte sie auch mit den geheimen Überwachungsmaßnahmen der insgesamt 16amerikanischen Geheimdienste zu tun, allen voran des Militärgeheimdienstes „National Security Agency“ (NSA). Neben dem umfassenden Späh- und Abhörprogramm der NSA und anderer Dienste gehören auf ihrem neuen Posten im Weißen Haus nun auch der Einsatz von Drohnen gegen Terrorverdächtige in Übersee sowie der Umgang mit mutmaßlichen Terroristen im Gefangenenlager Guantánamo zu ihrem Zuständigkeitsbereich.

          Im Weißen Haus: Vizepräsident Joe Biden (M.) neben Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich - auf der anderen Seite des Tisches  Anti-Terrorberaterin Lisa Monaco

          Lisa Monaco besuchte in ihrer Heimatstadt Newton eine private Mädchenschule und studierte anschließend an der Universität Harvard. Dort erwarb sie 1990 einen Bachelor in den Fächern Literatur und Amerikanische Geschichte. Bis 1994 war sie bei verschiedenen Denkfabriken und Beratungsinstituten tätig, ehe sie sich zum Studium der Rechte an der Universität von Chicago einschrieb. Während des Jurastudiums, das sie 1997 mit einem Doktorgrad abschloss, absolvierte sie Praktika bei Richtern an Bundesgerichten, im Justizministerium in Washington und auch im Weißen Haus.

          Früh entschied sie sich gegen den Beruf der Rechtsanwältin und wählte stattdessen eine Laufbahn in der staatlichen Rechtspflege und bei den Strafverfolgungsbehörden. Von 1998 bis 2001 war sie Beraterin der damaligen Justizministerin Janet Reno, es folgten Tätigkeiten bei der Staatsanwaltschaft, Gerichten und schließlich bei der Bundespolizei FBI.

          Dort stieg sie von der Beraterin zur Stabschefin von FBI-Direktor Robert Mueller auf. Es dürfte nicht zuletzt dessen Empfehlung gewesen sein, die 2009 dazu führte, dass sie Chefberaterin des damaligen stellvertretenden Justizministers David Ogden wurde. Schließlich wurde sie von Barack Obama zur Abteilungsleiterin für den Antiterrorkampf im Justizministerium berufen, ehe er sie im März ins Weiße Haus holte.

          Frau Monaco, die unverheiratet ist und keine Kinder hat, gilt als erfahrene Managerin, die auch in Momenten höchster Anspannung einen kühlen Kopf bewahrt. Die Bombenanschläge in ihrer Heimatstadt am 15. April dürften bei ihr die Überzeugung gefestigt haben, dass Abhör- und Überwachungsmaßnahmen wie jene der NSA zu den unentbehrlichen Instrumenten im Kampf gegen den Terrorismus gehören.

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