https://www.faz.net/-gq5-7bd82

NSA-Chef Alexander : „Jetzt wissen sie es“

  • Aktualisiert am

Der Direktor der amerikanischen National Security Agency (NSA), Keith Alexander Bild: REUTERS

Den Direktor der NSA, General Keith Alexander, lässt die Aufregung in Deutschland um das Prism-Programm seiner Behörde kalt. Den Deutschen werde eben nicht alles gesagt - aber durch die NSA geholfen.

          1 Min.

          Der Chef des amerikanischen Geheimdienstes NSA, Keith Alexander, hat kühl auf das Erstaunen in der deutschen Öffentlichkeit über das Ausmaß der Ausspähung durch die Vereinigten Staaten reagiert. „Wir sagen ihnen nicht alles, was wir machen oder wie wir es machen - jetzt wissen sie es“, sagte Alexander am Donnerstag auf einem Sicherheitsforum in Aspen im amerikanischen Bundesstaat Colorado.

          Der amerikanische General betonte, die Aufklärung durch die amerikanischen Dienste habe auch Ländern in Europa geholfen. Darunter seien etwa Frankreich, Dänemark - und auch Deutschland. Alexander verwies dabei auf die bestehenden Kontrollmechanismen für amerikanische Geheimdienste: Deren Programme müssten ein richterliches Verfahren durchlaufen „das vermutlich strenger ist, als jedes andere in der Welt.“

          Die deutschen Geheimdienste lobte Alexander: „Sie haben großartige Nachrichtendienste mit großartigen Mitarbeitern. Es ist eine Ehre und ein Privileg, mit Ihnen zusammenzuarbeiten“.

          Konsequenzen aus den Enthüllungen Snowdens angekündigt

          Der Geheimdienstchef kündigte jedoch auch Konsequenzen aus den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden an. So soll Zugang zu sensiblen Daten verschärft werden.
          Für den Zugang zu Geheimdienst-Serverräumen etwa trete eine „Zwei-Mann-Regel“ nach Vorbild der auf Atomwaffen-Stützpunkten bereits bestehenden in Kraft. Die neuen Regeln gälten für Systemverwalter und alle Personen, die Zugang zu Serverräumen hätten.

          Zudem werde auch die Zahl der Personen reduziert, die die Befugnis hätten, in Sicherheitsbereichen auf transportable Speichermedien wie mobile Festplatten zu schreiben, kündigte
          Alexander an. Verteidigungs-Staatssekretär Ashton Carter sagte, die verschärften Sicherheitsmaßnahmen gälten ab sofort.

          Als weitere Maßnahme werde die Praxis, umfassende Erkenntnisse auf einem einzigen Server zu speichern, überprüft. „Alles auf einen Server zu laden ist etwas, das wir nicht machen können, weil es zu viele Informationen an einer Stelle zusammenfasst“, sagte Carter.

          Weitere Themen

          Chinas Präsident Xi warnt vor „neuem Kalten Krieg“ Video-Seite öffnen

          Digitale Ansprache : Chinas Präsident Xi warnt vor „neuem Kalten Krieg“

          Chinas Präsident Xi Jinping hat Spitzen von Politik und Wirtschaft vor einem „neuem Kalten Krieg“ gewarnt. Eine solche Konfrontation werde „in einer Sackgasse“ enden, sagte Xi in einer digital übertragenen Ansprache an die Teilnehmer des diesjährigen Weltwirtschaftsforums.

          Topmeldungen

          Ob er gerade spielt? Ramelow im Juli 2020 im Thüringer Landtag

          PR-Profis auf Clubhouse : Besser als „Bodo“

          Clubhouse gilt als Trend-App und hat in Deutschland nun das erste PR-Desaster verursacht. Wie verhält man sich richtig in den virtuellen Quasselrunden? Wie aktiv sind die PR-Agenturen schon? Und lohnt es sich, dabei zu sein?
          „Die Antikörper-Medikamente eignen sich vor allem für Risikopatienten wie Heimbewohner oder Immunsupprimier“:Virologin Sandra Ciesek.

          Virologin Sandra Ciesek : „Schnell gegen Coronavirus-Mutanten eingreifen“

          Coronavirus-Varianten herrschen hierzulande noch nicht vor. Nach Ansicht der Virologin Sandra Ciesek müssen sie aber rasch bekämpft werden. Im Interview spricht die Frankfurter Wissenschaftlerin auch über die neuen Antikörper-Medikamente.
          Der frühere britische Premierminister Gordon Brown im September 2014, wenige Tage vor dem Referendum, im schottischen Clydebank

          Schottische Unabhängigkeit : Ein gescheitertes Königreich?

          Der frühere britische Premierminister Gordon Brown schlägt Alarm: Die Pandemie hat den Unabhängigkeitsdrang vieler Schotten nicht gebremst. Es drohe das Ende des Vereinigten Königreichs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.