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Neuauszählungen in Amerika : Jill Stein will eskalieren

  • Aktualisiert am

Jill Stein, Präsidentschaftskandidatin der Grünen Bild: AP

Die Grüne Jill Stein will vor ein Bundesgericht ziehen, um eine Neuauszählung der Wahlzettel der amerikanischen Präsidentenwahl zu erzwingen. Damit negiert sie eine eigene Ankündigung.

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          Die Grünen-Kandidatin bei der amerikanischen Präsidentenwahl Jill Stein, hat angekündigt, Ihre Bemühungen um eine Neuauszählung der Wahlzettel im Bundesstaat Pannsylvania zu „eskalieren“. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter teilte Stein am Sonntag mit, sie werde am Montag vor ein Bundesgericht ziehen, um die Überprüfung des Wahlergebnisses in dem Staat zu erzwingen. Die Menschen hätten Antworten verdient, so Stein.

          Stein plant außerdem, am Montag eine Versammlung vor dem Trump Tower in New York abzuhalten und dort ihre Bemühungen um die Neuauszählungen zu verteidigen, berichtet die Zeitung „The Hill“. Derzeit geht im Trump Tower die Suche nach Kandidaten für das Kabinett des zukünftigen Präsidenten Donald Trump vor sich, weshalb der Bereich um das Gebäude großräumig abgesperrt ist.

          In der Nacht zu Sonntag war bekannt geworden, dass  Stein ihren Antrag auf eine Neuauszählung der Stimmen in Pennsylvania zurückgezogen hatte. Die geplante Überprüfung des Wahlergebnisses sei zu teuer, begründete die Politikerin am Samstag auf Twitter ihre Entscheidung. Ursprünglich hatte Stein sowohl in Pennsylvania als auch in Michigan und Wisconsin eine Neuauszählung beantragt. In diesen drei Bundesstaaten hatte der künftige Präsident Donald Trump ebenso knapp wie überraschend gegen Hillary Clinton gewonnen.

          Stein verwies darauf, dass die Unterstützer ihres Anliegens „normale Bürger mit normalen finanziellen Mitteln“ seien. „Sie können die vom Gericht geforderte Summe von einer Million Dollar nicht aufbringen“, hieß es in einem beim zuständigen Gericht eingereichten Schriftstück der Grünen-Politikerin. Auf Twitter schrieb sie später: „Die Neuauszählung 2016 ist so teuer, weil die gewählten Vertreter es immer abgelehnt haben, in ein dem 21. Jahrhundert angemessenes Wahlsystem zu investieren.“

          Bei der Präsidentenwahl waren die drei Schlüsselstaaten Pennsylvania, Michigan und Wisconsin ein Ausschlag gebender Faktor für den Gesamtsieg von Trump. Dass Neuauszählungen etwas am Wahlsieg des Republikaners ändern würden, gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton unterstützte die Initiative Steins, ihr Team sowie sie selbst hielten sich dabei aber im Hintergrund. Faktisch hätte sich wohl das Resultat in allen drei Bundesstaaten ändern müssen, um ihr einen nachträglichen Wahlsieg zu ermöglichen. Bei der Wahl am 8. November waren auf Clinton rund 2,5 Millionen mehr Stimmen entfallen als auf Trump. Für den Wahlausgang ist diese Zahl unerheblich, weil Trump mehr Stimmen im Gremium der Wahlleute für sich holte. Das ist wahlentscheidend. Die Amerikaner wählen den Präsidenten nur indirekt.

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