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Nach Hackerattacke auf Sony : Obama will Strafen für Cyberkriminelle verschärfen

  • Aktualisiert am

Diskutierten im Weißen Haus über Sicherheit im Netz: Präsident Obama (Mitte) und hochrangige Politiker Bild: AFP

Gehacktes Filmstudio, gekaperter Twitter-Account: Nach den Angriffen im Netz drängt Barack Obama auf eine verstärkte Cybersicherheit. Amerikas Präsident will den Verkauf von „Botnets“ unter Strafe stellen und Gerichten ermöglichen, ganze Websites abzuschalten.

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          Nach der beispiellosen Hackerattacke auf das Filmstudio von Sony Pictures drängt Amerikas Präsident Barack Obama auf verstärkte Cybersicherheit. Unternehmen sollen künftig ermutigt werden, ihre Erfahrungen mit Angriffen noch besser mit den Behörden und untereinander zu teilen. Obama sprach am Dienstag bei einem Treffen mit führenden Kongresspolitikern bereits über das Vorhaben und rief den Kongress auf, entsprechend zu handeln.

          In einem Vorschlag des Weißen Hauses heißt es, der Verkauf so genannter „Botnets“, bei denen Online-Kriminelle die Computer ahnungsloser Nutzer missbrauchen, solle in Zukunft strafrechtlich verfolgt werden. Auch der Verkauf gestohlener Kreditkarten- und Bankdaten sowie von Spyware, die den Diebstahl und die Nutzung anderer Identitäten ermöglicht, soll unter Strafe gestellt werden. „Botnets“, die mit so genannten Denial of Service-Angriffen (DoS-Attacke) bestimmte Websites ins Visier nehmen und diese gezielt lahmlegen wollen, sollen per Gerichtsbeschluss abgeschaltet werden.

          Es müsse deutlich mehr getan werden

          Angesichts der jüngsten Hackerangriffe müssten sowohl der Staat als auch der Privatsektor den Schutz vor Cyberattacken verbessern, sagte Obama. An den Gesprächen nahmen nach Angaben des Weißen Hauses der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, und der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, teil. Auch die oberste Demokratin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, sowie mehrere Abgeordnete und Senatoren beider Parteien waren anwesend.

          Die Attacke gegen Sony sowie das von mutmaßlich islamistischen Dschihad-Sympathisanten gehackte Twitter-Konto des Militärs der Vereinigten Staaten zeigten, dass beim Thema Cybersicherheit noch deutlich mehr getan werden müsse, sagte Obama. Auch bei seiner Rede zur Lage der Nation kommende Woche will er das Problem ansprechen.

          Ende November waren Hacker in die Systeme des Hollywoodstudios eingedrungen – nach Darstellung der amerikanischen Regierung ein Racheakt der nordkoreanischen Führung für einen unliebsamen Film über ihren Machthaber Kim Jong Un. Am Montag kaperte dann eine Hackergruppe, die sich auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beruft, die Konten des Militärkommandos Centcom bei Twitter und YouTube.

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