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Nach Anschlag von Charleston : Amerikaner streiten über die Flagge der Südstaaten

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„Nicht meine Flagge“: Demonstration gegen die Flagge der Konföderierten Bild: AFP

Nach dem Anschlag auf eine Kirche in Charleston ist in den Vereinigten Staaten eine Debatte über die Südstaaten-Flagge entbrannt. Tausende Demonstranten fordern ihre Entfernung aus dem öffentlichen Raum, weil sie ein Symbol von Sklaverei und Unterdrückung sei.

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          Nach der offenkundig rassistischen Bluttat in einer Kirche in Charleston gibt es in den Vereinigten Staaten ein Streit über die Südstaaten-Flagge. Tausende Demonstranten - weiße und schwarze - forderten am Wochenende vor dem Parlament von South Carolina, die alte Flagge der Konföderierten des Bürgerkriegs als Symbol für Sklaverei und Unterdrückung abzuhängen. Im Internet wurde eine Internetseite gefunden, auf der der mutmaßliche Attentäter seinen Rassenwahn offenbar wochenlang verbreiten konnte.

          Dylann Roof soll Mittwochabend in der Emanuel African Methodist Episcopal Church von Charleston neun Schwarze erschossen haben. Medienberichten zufolge gestand er nach seiner Festnahme die Tat. Ihm wurde bei einer ersten Anhörung am Freitag neunfacher Mord vorgeworfen. Nach Totenwachen für die Opfer - sechs Frauen und drei Männer - am Freitag und Samstag war für Sonntag in der Episcopal Church ein Gedenkgottesdienst angesetzt.

          Als Reaktion auf den Anschlag waren die amerikanische Flagge und die Flagge des Staates South Carolina vor dem Parlament in Columbia auf Halbmast gesetzt worden - nicht aber die rote Südstaaten-Flagge mit dem blauen Sternenkreuz. Dazu hätte das Parlament von South Carolina seine Zustimmung geben müssen, lautete die offizielle Begründung.

          Tausende Menschen zogen am Samstag zu der Flagge und verlangten ihre Entfernung. „Wir können uns nicht länger leisten, diese Flagge hier stehen zu lassen“, sagte etwa die 95 Jahre Aktivistin Sarah Leverette unter dem Beifall der Menge. Die Fahne sei ein Leuchtsignal für diejenigen, die „bösen Überzeugungen“ verhaftet blieben - so wird sie etwa vom rassistischen Ku Klux Klan (KKK) genutzt. 370.000 Menschen hatten bis Samstagabend (Ortszeit) ihren Namen unter eine Onlinepetition gegen die Flagge gesetzt.

          Der frühere republikanische Präsidentschaftsanwärter Mitt Romney schrieb auf Twitter: „Es ist Zeit, die Flagge in South Carolina abzuhängen.“ Präsident Barack Obama reagierte umgehend: „Ein wichtiger Hinweis, Mitt“, schrieb er. Und er nutzte den Kurznachrichtendienst, um abermals für schärfere Waffengesetze zu werben. „Die Rate, mit der wir uns gegenseitig mit Waffen töten, liegt 297 mal höher als in Japan, 49 mal höher als in Frankreich, 33 mal höher als in Israel.“

          Auch die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton sprach sich für schärfere Waffengesetze aus. Zwar sei der Waffenbesitz „Teil des Gefüges vieler gesetzestreuer Gemeinschaften“, sagte die frühere Außenministerin in San Francisco. Das Ziel müsse aber sein, Kriminellen den Zugang zu Waffen zu versperren. Erst am Samstag gab es bei zwei Schießereien in Michigan und Philadelphia im Osten der Vereinigten Staaten ein weiteres Todesopfer und 16 Verletzte, darunter ein anderthalb Jahre altes Baby.

          Amerikanische Medien entdeckten am Samstag die Website lastrhodesian.com, auf der der 21 Jahre alte  Roof auf Dutzenden Fotos mit Feuerwaffen und beim Verbrennen der amerikanischen Flagge zu sehen ist. „Ich habe Charleston ausgewählt, weil die Stadt (...) zeitweise den landesweit höchsten Anteil von Schwarzen im Vergleich zu Weißen hatte“, heißt es in einem Text. „Wir haben keine Skinheads, keinen wirklichen KKK, niemand, der irgendetwas tut außer im Internet reden. Jemand muss den Mut haben, es in der wirklichen Welt zu tun, und ich schätze, dass ich das sein muss.“ Es folgen Hasstiraden gegen Schwarze, Hispanics und Juden.

          Ob es sich bei dem Verfasser um Roof handelt, wurde von den Behörden noch überprüft. Medien berichteten, die Internetseite sei im Februar unter seinem Namen registriert worden. Der Name „letzter Rhodesier“ bezieht sich auf den vom südafrikanischen Apartheidregime unterstützten Staat Rhodesien, dem heutigen Simbabwe.

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