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Mexiko : Kriegsmarine übernimmt Kontrolle über Pazifikhafen

  • -Aktualisiert am

Dem organisierten Verbrechen entrissen: Soldaten am Hafentor von Lázaro Cárdenas Bild: dpa

In Mexiko hat die Kriegsmarine den Handelshafen von Lázaro Cárdenas übernommen. Die Polizisten, die bislang für die Überwachung zuständig waren, wurden wegen des Verdachts der Kollaboration mit Drogenbanden in Gewahrsam genommen.

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          Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen hat die mexikanische Kriegsmarine am Montag die Kontrolle über den wichtigen Handelshafen von Lázaro Cárdenas an der Pazifikküste übernommen. Die rund 50 Stadtpolizisten, die bisher für die Überwachung zuständig waren, wurden wegen des Verdachts der Kollaboration mit Rauschgiftbanden vorläufig in Gewahrsam genommen. Ein Sprecher der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto teilte mit, das Verteidigungsministerium werde die örtlichen Polizisten „überprüfen und gegebenenfalls ausbilden“. Auch die Zollbeamten würden ersetzt.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Im gleichen Bundesstaat Michoacán haben rund 40 Bundespolizisten ebenfalls am Montag den Bischof von Apatzingán in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Bistums hatte er Drohungen erhalten, nachdem er in einem Hirtenbrief die Drogenkartelle gerügt hatte. Nach Jahren der Gewalt hätten Ermordungen, Entführungen und Schutzgelderpressungen in den vergangenen Monaten das Klima in der Region noch rauher gemacht, beklagte der Bischof in dem Schreiben. Die Vertreter der Behörden stünden in Diensten der Verbrecher.

          „Selbstverteidigungskräfte“ formieren sich

          Nach Regierungsangaben kam die Bundespolizei im letzten Moment einem Anschlag auf den Bischof zuvor. Peña Nieto hat seit seinem Amtsantritt vor fast einem Jahr den „Drogenkrieg“ in den Hintergrund rücken lassen, den sein Vorgänger Felipe Calderón den Kartellen 2006 erklärt hatte. Die Gewalt sei um die Hälfte reduziert, behauptet die neue Regierung; Opferverbände beanstanden aber die Zählweise. Auch im Nordosten des Landes ist die Gewalt in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. Allein am Montag wurden in der Grenzstadt Matamoros 13 Tote gezählt.

          In Michoacán im Südwesten des Landes haben sich Geschäftsleute und andere Bürger angeblich zum Schutz vor Erpressungen als „Selbstverteidigungskräfte“ formiert. Etwa 300 Bewaffnete versuchten Ende Oktober vergeblich, die von Kartellen kontrollierte Großstadt Apatzingán unter ihre Kontrolle zu bringen. Mutmaßlich als Reaktion darauf ließen die Drogenbosse mehrere Kraftwerke mit großkalibrigen Waffen und Molotowcocktails angreifen sowie Tankstellen niederbrennen. Die Folge war ein Stromausfall, der mehr als 400.000 Einwohner traf.

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