https://www.faz.net/-gq5-8nrrj

Kuba : Fidel Castro ist tot

  • Aktualisiert am

Fidel Castro wurde 90 Jahre alt. Bild: dpa

Der kubanische Revolutionsführer ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte sein Bruder Raúl im kubanischen Staatsfernsehen mit. 50 Jahre bestimmte der einstige Guerilla die Geschicke des sozialistischen Staates und widersetzte sich den Vereinigten Staaten.

          Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro ist tot. Wie sein Bruder, Staatschef Raúl Castro, am Freitagabend im staatlichen Fernsehen mitteilte, war der „Máximo Líder“ im Alter von 90 Jahren in der Hauptstadt Havanna verstorben. „Liebes kubanisches Volk. Mit tiefer Trauer informiere ich unser Volk und unsere Freunde in Amerika und aller Welt, dass heute – am 25. November 2016 – um 22:29 Uhr am Abend der Kommandeur der kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz, gestorben ist“, sagte Raúl Castro.

          Dem Wunsch des Revolutionsführers folgend werde seine Leiche verbrannt. Am Samstag werde das Organisationskomitee für die Beerdigung Fidel Castros das Volk über „die Veranstaltung zu Ehren des Gründers der kubanischen Revolution“ informieren, sagte Raúl Castro. Er schloss seine Ansprache mit den Worten: „Immer bis zum Sieg“, dem wohl berühmtesten Zitat des Revolutionärs Ernesto „Che“ Guevara, der neben Fidel Castro die wichtigste Symbolfigur der kubanischen Revolution war.

          Der kubanische Staatsrat ordnete nach dem Tod Fidel Castros eine neuntägige Staatstrauer bis zum 4. Dezember an, wie die Zeitung „Juventud Rebelde“ am Samstag auf ihrer Internetseite berichtete. Während der Trauerperiode sollen die Fahnen auf halbmast gesetzt werden, Rundfunk und Fernsehen auf eine „informative, patriotische und historische“ Programmgestaltung achten und alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Am Samstag sollte der spanische Tenor Plácido Domingo erstmals ein Konzert in Kuba geben.

          Bilderstrecke

          Fidel Castro hatte nach einer schwierigen Darmoperation im Juli 2006 die Amtsgeschäfte an seinen Bruder, den damaligen stellvertretenden
          Staatsratsvorsitzenden und Verteidigungsminister, abgegeben. Er trat zunächst nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Schon damals gab es Gerüchte, der Tod des damals mit 47 Amtsjahren dienstältesten Präsidenten der Welt stehe kurz bevor.

          Doch der von seinen Feinden schon totgesagte Fidel Castro erholte sich von seiner Erkrankung und bestimmte auch nach seinem Rückzug als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit. Nicht immer lag er dabei auf einer Linie mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl. Die historische Aussöhnung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten, die in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen 2015 und dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016 gipfelte, verfolgte Fidel Castro mit unüberhörbarer Skepsis.

          Fidel Castro überlebte angeblich mehr als 600 Mordanschläge

          Castro war 1959 mit seinen Rebellen in Havanna einmarschiert und hatte Diktator Fulgencio Batista vertrieben. Danach bestimmte er rund 50 Jahre lang die Geschicke des Landes. Angeblich überlebte er in dieser Zeit mehr als 600 Mordanschläge. Ihn umgab deshalb die Aura eines Unsterblichen. Obwohl Fidel Castro in den vergangenen Jahren nur noch selten in der Öffentlichkeit auftrat, äußerte er sich bis zuletzt noch zu den politischen Entwicklungen Kubas.

          In die Trauer um den Tod des Revolutionsführers mischen sich aber auch andere Töne. Wie ein Video der Zeitung „Miami Herald“ zeigt, gingen in Little Havanna, einem Stadtteil im Zentrum von Miami, Exil-Kubaner auf die Straße, um Fidel Castros Tod zu feiern. Sie schwenkten kubanische Flaggen und fuhren mit hupenden Autokorsos durch die Straßen.

          Weitere Themen

          Strache will drei Personen anzeigen

          Nach Ibiza-Video : Strache will drei Personen anzeigen

          Österreichs ehemaliger Vizekanzler Strache hat rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung des Ibiza-Videos angekündigt. Bislang liegen der Staatsanwaltschaft aber keine Anzeigen vor.

          Theresa May kämpft mit den Tränen Video-Seite öffnen

          Während der Rücktrittsrede : Theresa May kämpft mit den Tränen

          May werde als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, nachdem es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Abkommen zu überzeugen, sagte sie in der Downing Street in London. Mit dem Rücktritt vom Parteivorsitz gibt May auch ihr Amt als Regierungschefin auf – ihr Nachfolger im Amt als Parteivorsitzender wird dann auch Premierminister.

          Theresa May tritt zurück Video-Seite öffnen

          Der Druck war zu groß : Theresa May tritt zurück

          Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat ihren Rücktritt bekanntgegeben. Sie werde als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, nachdem es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Deal zu überzeugen, sagte May in London. Damit gibt sie auch ihr Amt als Regierungschefin auf.

          Topmeldungen

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Erst der Anfang: Dem „Spiegel“ stehen grundlegende Neuerungen bevor.

          Bericht zu „Spiegel“-Skandal : „Ein verheerendes Bild“

          Fünf Monate nach dem Bekanntwerden seines Fälschungsskandals hat der „Spiegel“ den Abschlussbericht seiner internen Untersuchung vorgelegt. Er offenbart eine Verkettung missachteter Warnungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.