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Präsidentschaftskandidatur : Die Macht der Familien Clinton und Bush

Hillary Clinton mit ihrem Ehemann Billl, dem früheren Präsidenten und Tochter Chelsea (Archivbild 2009) Bild: dpa

Hillary Clinton möchte die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden. Gut möglich ist, dass ihr republikanischer Gegner Jeb Bush sein wird. Diese zwei Familien prägen Amerikas politische Führung. Muss das so sein?

          Wie eine Bombe schlägt diese Nachricht nicht gerade ein: Hillary Clinton bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei. Und es müsste aus ihrer Sicht vieles schieflaufen, sollte sie für die Demokraten nicht in den Hauptkampf ums Weiße Haus ziehen. Selbstverständlich wäre ein Sieg nicht. Aber fraglos wären ihre Chancen nicht schlecht, im Januar 2017 als Nachfolgerin Obamas die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden.

          Freilich sollten die Erfahrung des Jahres 2008 sowie politische Lebensklugheit die Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton Demut lehren und sie davor bewahren, sich schon jetzt Gedanken über die Siegesfeier zu machen. Vor sieben Jahren schien schon einmal alles auf sie hinauszulaufen - bis ein junger Senator namens Obama ihr mit einer elektrisierenden Kampagne die sicher geglaubte Nominierung abjagte.

          Möchte wohl für die Republikaner kandidieren: Der frühere Gouverneur Floridas Jeb Bush

          In diesem Wahlzyklus gibt es bislang zwar keine potentiellen Rivalen, die schon den Finger in den Wählerstimmenwind gehalten hätten; einige Namen, die zur Parteilinken gehören, werden genannt, aber mit denen dürfte Clinton fertig werden. Die Republikaner richten sich jedenfalls darauf ein, dass sie es mit Hillary zu tun bekommen werden. Sie sehen dieser Auseinandersetzung mit Vorfreude entgegen.

          Zwar haben jene, die Clinton als Senatorin kennengelernt haben, durchaus eine gute Meinung von ihr. Aber die Versuchung, ihre Leistung als Außenministerin kleinzuschreiben und sie generell als willfähriges Organ ihres Herrn Obama darzustellen (obwohl sie mit dessen Politik oft nicht einverstanden war), wird einfach zu groß sein, um nicht das ganz große Propaganda- und Verunglimpfungsregister zu ziehen.

          Zweifellos dürfte Hillary Clinton eine formidable Kandidatin abgeben, und sie sollte auch als Präsidentin eine gute Figur machen. Aber mit ihrem Namen wird auch die Dynastisierung der amerikanischen Demokratie verbunden sein, zumal es gut möglich ist, dass ihr republikanischer Gegner Jeb Bush sein wird, der Sohn und Bruder früherer Präsidenten.

          Die Familien Clinton und Bush haben die Politik der Vereinigten Staaten - und damit auch der Welt - in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst, ja bestimmt. Die Frage, ob Amerikas politische Führung immer nur von zwei Familien gestellt werden müsse, ist mehr als berechtigt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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