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Franziskus in Kuba : Papst trifft Diktatur

Die „Unterdrücker“ in Kuba sind nicht Kapitalisten, sondern eine Clique, die ein ganzes Volk im Namen der kommunistischen Ideologie seiner Freiheit beraubt. Wird der Papst auch daran bei seinem Besuch Anstoß nehmen?

          Was Papst Franziskus von der Wirtschaftsweise jenes Landes hält, in dem er seine zweite Amerika-Reise beenden wird, hat er jüngst in Bolivien wissen lassen. Kapitalismus, jedenfalls in seiner unregulierten Form, gleiche einer „sanften Diktatur“. Auf Kuba, wo er ebenso viel Zeit verbringen wird wie in den Vereinigten Staaten, wird Papst Franziskus einer „harten“ Diktatur begegnen.

          Die „Ausgeschlossenen“ (um in seiner Sprache zu sprechen) sind hier nicht die Papiersammler oder die Alten, sondern die Männer und Frauen, die für die Achtung grundlegender Menschenrechte eintreten.

          Die „Unterdrücker“ sind nicht die Kapitalisten, die dem Götzen Geld huldigen, sondern eine Clique, die ein ganzes Volk im Namen der kommunistischen Ideologie seit Jahrzehnten mit Gewalt seiner Freiheit beraubt und eine Wirtschaftsform kultiviert, die nicht nur nicht nachhaltig ist, sondern nur dank Hilfe von außen nicht zusammenbricht. Ob der Papst auch daran Anstoß nimmt, wird sich weisen. Die katholische Kirche auf Kuba jedenfalls war zuletzt weniger denn je eine Stimme der Freiheit und der Menschenwürde.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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