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Ukraine-Konflikt : Kerry: Moskau lügt uns ins Gesicht

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Amerikas Außenminister John Kerry am Dienstag im Senat Bild: AFP

Amerikas Außenminister John Kerry hat Russland für dessen Verhalten im Ukraine-Konflikt attackiert. Es sei die „umfangreichste Propaganda-Übung seit den Hochzeiten des Kalten Krieges“. Kerry äußerte sich zudem zu möglichen Waffenlieferungen an die Ukraine.

          Mit scharfen Worten hat Amerikas Außenminister John Kerry die russische Führung für deren Verhalten im Ukraine-Konflikt kritisiert. Er warf Moskau am Dienstag die „umfangreichste Propaganda-Übung seit den Hochzeiten des Kalten Krieges“ vor. Bei seinen Äußerungen vor einem Ausschuss des amerikanischen Senats bezichtigte er Russland außerdem der Lüge: Die Führung in Moskau habe hinsichtlich ihrer Aktivitäten im Ukraine-Konflikt auf ihren „Falschangaben, ihren Lügen beharrt“. Ihm selbst und anderen Menschen habe Moskau mehrfach „ins Gesicht“ gelogen, sagte Kerry.

          Seit dem Beginn des Konflikts in der Ostukraine im Frühjahr vergangenen Jahres traf sich Kerry bereits mehrfach mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Danach befragt, ob die russische Führung gelogen habe, als sie die Existenz russischer Truppen und Waffen in der Ukraine zurückgewiesen habe, sagte Kerry: „Ja.“ Er bezeichnete die Separatistenbewegung in der Ostukraine als „de facto Verlängerung der russischen Armee“. Die ukrainische Führung und westliche Länder werfen Moskau vor, die prorussischen Rebellen in dem Konfliktgebiet militärisch zu unterstützen, was Russland zurückweist.

          In Amerika wird derzeit darüber debattiert, ob die ukrainischen Truppen mit Waffen unterstützt werden sollen. Dazu äußerte sich Kerry vor dem Senatsausschuss zurückhaltend. Solange Präsident Barack Obama dazu keine Entscheidung getroffen habe, werde er sich dazu nicht öffentlich äußern.

          Am Dienstag hatten sich die Außenminister Deutschlands und Frankreichs sowie Russlands und der Ukraine in Paris getroffen. Dabei ging es um die schleppende Umsetzung des Minsker Friedensabkommens von vor knapp zwei Wochen.

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