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Terroranschlag : Dschihad in Texas

  • -Aktualisiert am

Bilder einer Ausstellung: Ein Polizist vor der berühmten Mohammed-Karikatur Westergaards, auf der der Prophet eine Bombe mit brennender Lunte auf dem Kopf trägt. Bild: dpa

Selbst ernannte Mudschahedin haben eine Ausstellung in Texas attackiert. Dort sprach zur Prämierung einer Islam-Karikatur der niederländische Islamgegner Geert Wilders. Galt ihm der Anschlag? 

          3 Min.

          Schon im Februar hatte Pamela Geller ihren Punkt gemacht. „Dass wir so intensive Sicherheitsvorkehrungen für eine Kunstausstellung mit Karikaturenwettbewerb brauchen, sollte der ganzen Welt die Augen öffnen“, sagte die New Yorker Islamkritikerin einer texanischen Zeitung. Wie nötig die Schutzmaßnahmen vor der Halle im Großraum Dallas tatsächlich waren, erfuhr die Welt am Sonntagabend.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

          Zwei Männer gaben gegen 19 Uhr aus einem fahrenden Auto heraus Schüsse auf die Halle ab, in welcher der niederländische Abgeordnete und Gründer der Freiheitspartei Geert Wilders soeben seine Losung verkündet hatte: „Je weniger Islam, desto besser.“ Die beiden Männer verletzten einen unbewaffneten Sicherheitsmann am Fuß und wurden binnen Sekunden von Polizisten getötet.

          Am Montagmorgen schien festzustehen, dass einer der Schützen Elton Simpson aus Arizona war. Ihn hatte die Bundespolizei FBI schon vor neun Jahren im Auge. 2010 wurde er festgenommen und ein Jahr später wegen einer Falschaussage gegenüber einem FBI-Agenten verurteilt. Simpson hatte abgestritten, dass er im Mai 2009 anderen Personen seine Absicht bekundet habe, nach Somalia zu reisen und in den Dschihad zu ziehen.

          Erst twittern dann schießen

          Doch das Gericht befand, es gebe nicht genug Beweise für eine Verurteilung wegen der Terrorismus-Unterstützung. Der Schwarze Simpson war in Illinois aufgewachsen und laut Gerichtsakten „in jungen Jahren“ zum Islam konvertiert. Wenige Minuten vor den Schüssen soll er über den Kurzmitteilungsdienst Twitter seinen Wunsch bekundet haben, „dass Allah uns als Mudschahedin annimmt“. Die Botschaft wurde unter dem Stichwort „#texasattack“ verbreitet.

          Die Identität von Simpsons Komplizen blieb vorerst ungeklärt. Ein Sender aus Phoenix in Arizona, wo das FBI Simpsons Wohnung durchsuchte, meldete, der zweite Terrorist sei der Mitbewohner des dreißig Jahre alten Simpson gewesen.

          In Garland nahe Dallas kam außer einem Sicherheitsmann des Schulbezirks, der nach wenigen Stunden aus dem Krankenhaus entlassen wurde, niemand zu Schaden, obwohl die Täter nach Augenzeugenberichten Dutzende Schüsse abgefeuert haben sollen. Sie scheinen nicht sehr planvoll vorgegangen zu sein. Wohl auch deshalb konzentrierte sich die Aufmerksamkeit amerikanischer Medien rasch auf die angegriffene Veranstaltung und die Frage, ob sie eine unverantwortliche Provokation von Muslimen dargestellt habe.

          Antrag gegen Geert Wilders

          Wie schon nach den Attacken auf das französische Satireblatt „Charlie Hebdo“ zeigten die Sender nur gepixelte Aufnahmen von den Mohammed-Karikaturen, die dort präsentiert und prämiert worden waren. Zu dem Wettbewerb hatte die „American Freedom Defense Initiative“ kurz nach dem Terror von Paris aufgerufen.

          Die Gruppe wird von der New Yorker Jüdin Pamela Geller geführt. Sie wurde in Amerika bekannt, als sie mit drastischen Kommentaren und Protestaktionen gegen die Errichtung eines islamischen Kulturzentrums in der Nähe des „Ground Zero“ agitierte, wo Al-Qaida-Terroristen am 11. September 2001 das World Trade Center zum Einsturz gebracht hatten.

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