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Kanada : Abgeordnete dokumentieren den Schrecken auf Twitter

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Die Abgeordnete Nina Grewal vor einer verbarrikadierten Tür im kanadischen Paralament Bild: AP

Bis zu zwölf Stunden lang mussten sich Politiker und Journalisten im kanadischen Parlament verschanzen, bevor es Entwarnung gab. In sozialen Medien ließen sie die Öffentlichkeit an ihren Ängsten teilhaben.

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          Als die Schüsse im kanadischen Parlament fielen, war der Abgeordnete Tony Clement nur wenige Meter von dem Attentäter entfernt. „Es ist genau vor unserer Tür passiert“, berichtete er hinterher den Journalisten. Auch Premierminister Stephen Harper habe sich laut dem Politiker in unmittelbarer Nähe aufgehalten: „Harper hat mit Leuten aus seiner Fraktion gesprochen, als es plötzlich einen lauten Knall gab, gefolgt von Ra-ta-ta-ta an Schüssen.“

          Reporter der kanadischen Tageszeitung „Globe and Mail“ filmten den Vorfall und veröffentlichten Ausschnitte davon auf Youtube. Zu sehen sind schwer bewaffnete Polizeibeamte, die geduckt über die Gänge rannten, als Schüsse fielen. Abgeordnete und Parlamentsmitarbeiter verbarrikadierten sich in Büros. Wenig später wurde der Angreifer Augenzeugen zufolge vor der Parlamentsbibliothek erschossen.

          Auf die Schrecksekunden folgten für die Parlamentarier viele Stunden der Ungewissheit: Weil die Polizei nicht ausschließen konnte, dass der Schütze Komplizen hatte, wurde das Parlamentsgebäude abgeriegelt. Abgeordnete, ihre Mitarbeiter und Journalisten durften ihre Räume stundenlang nicht verlassen. In einigen Fällen dauerte es zwölf Stunden bis die Polizei Entwarnung gab.

          Die Regierungsangestellte Susan Hughes sagte, die Stimmung im Gebäude sei kollegial gewesen. Man habe Essen geteilt. Viele der Betroffenen nutzten den Kurznachrichtendienst Twitter, um Familienangehörige und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten. Sanfte Kritik an der Informationspolitik der Polizei kam dabei ebenso zur Sprache, wie die Probleme, eine Toilette aufsuchen zu können.

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