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Jeb Bush und der Irak-Krieg : Vier Tage, vier Antworten

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„Frage falsch verstanden“: Möglicher Präsidentschaftskandidat Jeb Bush in einer Brauerei in Tempe im Bundesstaat Arizona. Bild: Reuters

Noch am Montag hatte der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat Jeb Bush die Invasion des Iraks verteidigt. Jetzt rudert er zurück. „Ich wäre nicht in den Irak gegangen“, sagte er. Eine Woche Konfusion.

          Es ist nicht so, dass die Frage überraschend kam. Die bis heute umstrittene Invasion des Irak im Jahr 2003 überschattete alles, was George W. Bush in seiner Zeit als Präsident der Vereinigten Staaten verantwortete. Dass sein Bruder Jeb, ein möglicher Kandidat der Republikaner für die Präsidentenwahlen 2016, dazu Stellung beziehen werden muss, war selbstredend. Und doch liegt nun hinter dem ehemaligen Gouverneur von Florida eine Woche, die ihn in diesem Punkt unvorbereitet erscheinen ließ. Innerhalb von vier Tagen widersprach sich Bush gleich mehrere Male.

          Am Montag sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News auf die Frage, ob er nach dem heutigen Kenntnisstand die Invasion des Irak gebilligt hätte: „Ja, und Hillary Clinton hätte das auch getan. Fast jeder hätte das getan.“ Am Dienstag relativierte er diese Aussage bereits, als er in der „Sean Hannity Show“ sagte, dass nach heutigem Wissen „Fehler“ gemacht worden seien. Die Geheimdienstinformationen im Vorfeld der Invasion seien unvollständig gewesen.

          Bei einem Auftritt am Mittwoch sagte Bush dann, er habe die Frage der „Fox News“-Interviewerin falsch verstanden. „Ich habe die Frage so gehört, dass sie wissen wollte, was ich tun würde, wenn ich nach dem damaligen Kenntnisstand handeln müsste.“ Das habe er so beantwortet, wie er das immer täte: Gemessen daran, was damals bekannt gewesen sei, halte er den Entscheid nach wie vor für richtig. Anschließend kritisierte er die Medien dafür, „hypothetische Fragen“ zu stellen: Damit erweise man den Soldaten, die im Irak gedient hätten, einen schlechten Dienst.

          Am Donnerstag distanzierte sich Bush schließlich ganz von seiner ersten Antwort. „Ich hätte mich nicht eingemischt. Ich wäre nicht in den Irak gegangen“, sagte er beim Besuch einer Brauerei. Das bedeute jedoch nicht, dass die Welt durch den Sturz Saddam Husseins nicht sicherer geworden sei.

          „Eine desaströse Verteidigung“

          In seiner eigenen republikanischen Partei hatte Bushs ursprüngliche Verteidigung der Invasion für Unmut gesorgt. „Wenn Jeb Bush an dieser Position festhält – dass er den Krieg auch nach dem, was wir heute wissen, billigen würde – ist das ein Rückschritt für die republikanische Partei“, schrieb Byron York, ein Kolumnist der konservativen Zeitung „Washington Examiner“. Diese Haltung sei „desaströs“.

          Jeb Bush hat seine Kandidatur noch nicht offiziell bekannt gegeben. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass er im Rennen um das Präsidentenamt antreten wird.

          Im November 2016 wählen die Amerikaner den Nachfolger von Präsident Barack Obama. Bei Obamas Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton als Favoritin. Bei den Republikanern im Rennen sind bereits die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul sowie der Neurochirurg Ben Carson und die ehemalige Chefin des IT-Konzerns Hewlett-Packard (HP), Carly Fiorina.

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