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Jeb Bush : Die meisten Dollars für die besten Gene

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Dieses „Political Action Committee“ ist gegründet worden, um Jeb Bush zum Präsidenten zu machen. Solange sich das Pac nicht mit Bush abstimmt, darf es Spenden in unbegrenzter Höhe eintreiben. Bis Ende Juni hatte das Pac schon 103 Millionen Dollar gebunkert – bevor der Kandidat auch nur bestätigt hatte, dass er zur Wahl steht. Damit ist Bushs Kriegskasse mehr als doppelt so voll wie die vom texanischen Tea-Party-Liebling Ted Cruz, der in den Umfragen auf einem hinteren Platz, beim Geldsammeln aber mit großem Abstand vor der restlichen Konkurrenz auf Platz zwei der republikanischen Anwärter steht. Auch die Demokratin Hillary Clinton hat nach den offiziellen Meldungen vom Juli bisher kaum mehr als die Hälfte der Summe zur Verfügung, die Sembler und Konsorten schon für Jeb Bush eingetrieben haben.

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Warum macht Sembler das alles? „Die Bushs“, schwärmt er, „haben einfach Klasse und Stil.“ Der Millionär deutet mit der rechten Hand auf ein wuchtiges Lederalbum auf dem Couchtisch und mit der linken auf ein gerahmtes Foto gegenüber. Das Bild zeigt George W. Bush, wie er im März 2009, wenige Wochen nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus, selbst auf Semblers Couch sitzt und das Album studiert. Dort ist ein Brief eingeklebt, handschriftlich verfasst unter schlichtem Briefkopf: George Bush – 710 North Post Oak Road – Houston, Texas 77024. „Lieber Mel, liebe Betty“, schrieb Vater Bush am 17. November 1979, „soeben verlasse ich Orlando. Es ist besser gelaufen, als wir erwartet hatten. Ich bin sehr glücklich. Ich kann euch gar nicht genug für den wundervollen Empfang danken. Es war etwas ganz Besonderes, und ich bin sehr froh über eure Unterstützung. Vielen, vielen Dank von einem müden, aber dankbaren George Bush.“

„George und Barbara Bush haben unser Leben verändert!“

Ein paar Monate vorher hatte Sembler Bush noch nicht einmal dem Namen nach gekannt. Als ein Mitarbeiter des texanischen Präsidentschaftskandidaten eines seiner Ladenlokale mieten wollte, um die Kampagnenzentrale für Florida einzurichten, wies Sembler ihn zunächst ab. „Ich stand damals ja sogar noch als Demokrat im Wählerverzeichnis, wie so ziemlich alle Juden.“ Aber dann schwärmte ihm seine Schwester aus Texas von Bush vor. Sembler vermietete den Laden doch, lernte den Kandidaten persönlich kennen und war begeistert. Bald stellte er Bush seinen Golf- und Geschäftspartnern auf Spenden-Dinners vor. Doch es sollte nicht reichen. Bush verlor die Vorwahlen „gegen diesen kalifornischen Kerl namens Ronald Reagan“, wie Sembler formuliert, während er mit sicherem Griff das Album bei einem Foto aufschlägt, das ihn mit seiner Frau und den Reagans im Weißen Haus zeigt. „Mit denen haben wir uns auch angefreundet“, sagt Sembler. „Aber George und Barbara Bush haben unser Leben verändert!“

Nachdem George W. Bush den Brief seines Vaters in Semblers Album gelesen hatte, wollte er sich auch nicht lumpen lassen. „Lieber Mel, liebe Betty, es war wunderbar bei euch“, schrieb er seinen Gastgebern. „Das Abendessen war sehr gut. Das Bett war wirklich sehr bequem.“ Natürlich bekam auch dieser Brief einen Ehrenplatz im Album.

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