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Gewalt in Brasilien : Sechs Tote durch Polizeikugeln - pro Tag

  • Aktualisiert am

Polizei in Brasilien: Oft schwer bewaffnet Bild: AP

Erschreckende Zahlen: Nicht nur, dass alle zehn Minuten ein Brasilianer ermordet wird. Auch die Polizei selbst tötet viel mehr Menschen als etwa in den Vereinigten Staaten.

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          Brasiliens Polizei hat in den vergangenen fünf Jahren nach Angaben einer NGO mehr als 11.000 Menschen getötet. Das entspreche etwa sechs Todesopfern Tag für Tag, teilte die Gruppe "Brasilianisches Forum für öffentliche Sicherheit" in Sao Paulo mit.

          In den Vereinigten Staaten müsse man die vergangenen 30 Jahre zusammennehmen, um auf diese Zahl zu kommen. Die Gruppe warf der brasilianischen Polizei vor, zu häufig zur Waffe zu greifen. Die Pro-Kopf-Rate liege in Rio de Janeiro am höchsten. 2013 seien dort 416 Menschen von Polizisten getötet worden. Den Zahlen zufolge waren es 2013 in ganz Brasilien 2212 Opfer und damit etwas weniger als im Vorjahr. Allerdings seien auch 490 Polizeibeamte ums Leben gekommen.

          Angebliches Polizei-Massaker

          In der Stadt Belém sollen Beamte nach dem Mord an einem Kollegen Anfang November in einer Racheaktion, die als "Massaker" kritisiert wurde, zahlreiche Menschen erschossen haben.

          Generell ist die Gewaltkriminalität ein riesiges Problem. Laut der Studie sind in Brasilien mit seinen etwa 200 Millionen Einwohnern 2013 insgesamt 50.806 Menschen ermordet worden, also einer ungefähr alle zehn Minuten. Darunter seien besonders viele Schwarze und Männer um die 20 gewesen.

          Die finanziellen Folgekosten der Gewaltkriminalität betrügen mehr als fünf Prozent des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts. Obwohl Brasilien im Verhältnis etwa so viel für die öffentliche Sicherheit ausgebe wie die Länder der EU, seien die Ergebnisse ernüchternd.

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