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Festnahme in Libyen : Drahtzieher des Benghasi-Anschlags auf dem Weg nach Amerika

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das amerikanische Konsulat in Lybien haben amerikanische Eliteeinheiten den mutmaßlichen Terroristen gefangen genommen. Er soll das „volle Gewicht“ der Justiz spüren, sagt Präsident Barack Obama.

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          Mehr als anderthalb Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das Konsulat der Vereinigten Staaten im libyschen Bengasi hat eine amerikanische Spezialeinheit den mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags gefasst. Der Gründer und Führer der libyschen islamistischen Terrorgruppe Ansar al Scharia, Ahmed Abu Chatallah, sei am Sonntag festgenommen worden, teilte das Pentagon am Dienstag mit.

          Er befinde sich in Händen der Vereinigten Staaten, mutmaßlich auf einem Schiff außerhalb von Libyen. Auch in ähnlichen Fällen hatten die amerikanischen Behörden Terrorverdächtige schon zunächst auf Kriegsschiffen verhört, ehe sie zur Strafverfolgung in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Präsident Obama sagt, dass Chatallah nun auf dem Weg „zurück in die Vereinigten Staaten“ sei.

          Benghasi 2012: Nach dem Angriff auf das amerikanische Konsulat

          Nach Angaben des Pentagon war er eine „Schlüsselfigur“ des Angriffs vom 11. September 2012, bei dem der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben kamen. Es dauerte damals mehrere Tage, bis der Vorfall von Amerika als Terrorattacke eingestuft wurde.

          Amerika habe Gefahr nicht rechtzeitig erkannt

          Politiker warfen der Regierung und der damaligen Außenministerin Hillary Clinton immer wieder vor, die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt und heruntergespielt zu haben. Clinton wird als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gehandelt. Die innenpolitische Aufarbeitung des Bengasi-Anschlags könnte nach Einschätzung von Experten auch im Wahlkampf eine Rolle spielen.

          Chatallah, der persönlich am Anschlag beteiligt gewesen sein soll, ist in drei Punkten angeklagt, darunter Mord und Terrorismus. Er werde nun das „volle Gewicht“ der amerikanischen Justiz zu spüren bekommen, teilte Präsident Barack Obama mit. Er selbst habe den Einsatz in Libyen erst kürzlich autorisiert. Die amerikanischen Spezialkräfte hätten ihn zusammen mit dem FBI monatelang geplant. Das Land werde weiterhin alles tun, um die Verantwortlichen des Angriffs zur Rechenschaft zu bringen. „Wir werden immer diejenigen verfolgen, die uns verfolgen“, sagte Obama während eines Besuchs in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania.

          Chatallah war im Januar von den Vereinigten Staaten als Terrorist eingestuft und später vom Außenministerium als „ranghoher Führer“ der militanten Gruppe Ansar al Scharia bezeichnet worden. Der Einsatz in Libyen folgt auf vergleichbare Operationen von Spezialeinheiten im Norden Afrikas gegen mutmaßliche Führer terroristischer Gruppen.

          „Sie werden nicht ungestraft entkommen“

          Verteidigungsminister Chuck Hagel lobte die an der Operation Beteiligten. Der erfolgreiche Anti-Terror-Einsatz sei ein weiterer Beweis für die „außergewöhnlichen Fähigkeiten“ des amerikanischen Militärs. Der „kühne Schritt“ des „hervorragenden Militärs der Vereinigten Staaten“ sei eine Warnung an diejenigen, die Amerika Schaden zufügten, teilte Außenminister John Kerry mit. „Sie werden nicht ungestraft entkommen.“

          Als Auslöser der Bengasi-Attacke galt zunächst eine spontane Demonstration wütender Muslime gegen ein in den Vereinigten Staaten produziertes islamfeindliches Video. Die damalige UN-Botschafterin Susan Rice geriet wegen dieser Einschätzung unter heftige Kritik und musste auf den ihr zugedachten Posten als amerikanische Außenministerin verzichten.

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