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Cyberattacke : Pentagon schaltet E-Mail-System ab

  • Aktualisiert am

Wo lauert der Feind? Amerikanische Soldaten bei einer Übung im Juli. Bild: AFP

Seit mehr als zehn Tagen ist das E-Mail-System im Pentagon wegen einer Cyberattacke außer Gefecht gesetzt. Die Amerikaner vermuten, dass der Angriff aus Russland kommt.

          Das amerikanische Verteidigungsministerium verdächtigt Russland, hinter einem neuen angeblichen Hacking-Fall im Pentagon zu stehen. In Russland ansässige Hacker haben laut übereinstimmenden Berichten von „Washington Post“ und dem Fernsehsender „NBC News“ das E-Mail-Netzwerk des Vereinigten Generalstabs der amerikanischen Armee angegriffen und damit erzwungen, dass das System abgeschaltet werden musste. Der Hackerangriff sei über soziale Netzwerke mit einem automatisierten System verübt worden, mit dem sehr schnell massenhaft Daten abgegriffen werden können, berichtete „NBC News“ am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Die Cyberattacke habe sich um den 25. Juli ereignet und betreffe rund 4000 militärische und zivile Mitarbeiter des Generalstabs.

          Das Pentagon bestätigte lediglich, dass das E-Mail-System des Vereinigten Generalstabs wegen einer andauernden Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet sei. „Wir fahren damit fort, die Cyber-Sicherheitsrisiken in unseren Netzwerken zu identifizieren und zu entschärfen“, erklärte Pentagon-Sprecherin Valerie Henderson. „Diesen Zielen folgend haben wir das Netzwerk des Generalstabs abgeschaltet und setzen unsere Untersuchung fort.“ Eine schnelle Wiederherstellung des E-Mail-Systems sei nun „oberste Priorität“. Bis zum Ende der Woche soll das E-Mail-System wieder funktionieren.

          Ziel von Cyberangriffen: Das Pentagon in Washington.

          NBC berichtete, es sei unklar, ob die Cyberattacke mit Billigung der russischen Regierung verübt worden sei. Als geheim eingestufte Informationen seien bei dem Angriff nicht erbeutet worden.

          Die amerikanischen Behörden haben seit Monaten mit Cyberattacken zu kämpfen. Bei einem im Mai 2014 gestarteten Hackerangriff auf die Personalverwaltung der Regierung wurden persönliche Daten von 21,5 Millionen Menschen abgegriffen, die sich einer Sicherheitsüberprüfung der Regierung unterzogen hatten. Geheimdienstdirektor James Clapper erklärte in diesem Fall China zum „Hauptverdächtigen“, Peking wies dies zurück.

          Ende Mai wurde mitgeteilt, dass unbekannte Hacker der amerikanische Steuerbehörde IRS die Daten von rund 100.000 Steuerzahlern gestohlen haben. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN führte die Spur nach Russland. Bereits im Oktober waren Hackerangriffe auf Computersysteme des Weißen Hauses und des Außenministeriums verübt worden, die Medienberichten zufolge ebenfalls aus Russland kamen.

          Anfang Juni legte die Armee wegen einer Cyberattacke ihre Website www.army.mil, die sich an die Öffentlichkeit richtet, vorübergehend still. Zu dem Angriff bekannte sich die sogenannte Syrische Elektronische Armee, die der syrischen Regierung von Staatschef Baschar al Assad anhängt.

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