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Ehemaliger General : Mattis wird Trumps Verteidigungsminister

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Anders als der designierte amerikanische Präsident Trump warnte James Mattis, der zukünftige Chef des Pentagons, vor Russland. Bild: AFP

Donald Trump will den pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis zum Pentagon-Chef machen. Für die Berufung des Hardliners müsste der Kongress eine Regel aufheben.

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          Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump will den früheren General James Mattis zum Verteidigungsminister machen. In einer Rede vor Anhängern in Cincinnati gab Trump die Nominierung des pensionierten Vier-Sterne-Generals bekannt. „Er ist unser Bester“, sagte Trump vor mehreren tausend Anhängern. Mattis war unter anderem im Irak und in Afghanistan im Einsatz.

          Mattis hat eine mehr als vier Jahrzehnte währende Militärlaufbahn hinter sich. Er war bereits im Golfkrieg Anfang der neunziger Jahre als Kommandeur im Einsatz und führte nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 einen Einsatzverband in Südafghanistan. Während der zweiten amerikanischen Invasion im Irak führte Mattis dann im Jahr 2004 die Schlacht um Falludscha an, eine der blutigsten des Krieges.

          Präsident Barack Obama ernannte Mattis sechs Jahre später zum Oberbefehlshaber des amerikanischen Zentralkommandos, das für die Militäreinsätze im gesamten Nahen und Mittleren Osten zuständig ist. Auf diesem Posten koordinierte Mattis auch den Truppenabzug der Amerikaner aus dem Irak.

          Seit seiner Pensionierung war Mattis immer wieder mit Kritik an Obamas Regierung in Erscheinung getreten. So bemängelte der 66-Jährige ein zu unentschlossenes Vorgehen gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“, außerdem zählt er zu den Kritikern des Atomabkommens mit Iran. Für die Berufung von Mattis an die Spitze des Pentagons muss Trump die Genehmigung des Kongresses einholen. Denn eigentlich ist vorgeschrieben, dass amerikanische Verteidigungsminister mindestens sieben Jahre lang Zivilist gewesen sein müssen. Über Ausnahmen muss das Parlament entscheiden.

          Mit der Bekanntgabe der Nominierung setzte sich Trump offenbar über den Zeitplan seiner Berater hinweg. „Okay, nun habe ich ein kleines Geheimnis verraten“, sagte er vor seinen Anhängern. „Meine Leute da drüben werden jetzt wahrscheinlich sagen: ’Das hätten Sie nicht tun sollen, Herr Trump.’“ Trumps Übergangsteam hatte zuvor verlauten lassen, dass für diese Woche keine neue Nominierungen fürs Kabinett mehr zu erwarten seien.

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