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Interview mit CBS : Trump hält Merkels Flüchtlingspolitik für „irrsinnig“

  • Aktualisiert am

Poltert jetzt auch gegen Merkel: Präsidentschaftsbewerber Donald Trump Bild: AFP

Nun ist auch Angela Merkel an der Reihe: In einem Interview poltert der amerikanische Milliardär Donald Trump gegen die „Wir-schaffen-das“-Politik der Kanzlerin. Seine Prognose für Deutschland ist ungünstig.

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          Der republikanische Bewerber für das Amt des amerikanischen Präsidenten, Donald Trump, hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als „irrsinnig“ bezeichnet. „In Deutschland wird es Aufstände geben“, sagte Trump in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung „Face the Nation“ des Fernsehsenders CBS voraus. Er habe Merkel immer für eine große politische Führungsfigur gehalten. Was sie aber nun gemacht habe, sei „irrsinnig“. Trumps Kommentare richteten sich gegen die mehrfach von Merkel gemachte Aussage, Deutschland könne mit der großen Anzahl von Flüchtlingen fertig werden.

          Trump vertritt im amerikanischen Wahlkampf die Ansicht, die Aufnahme von Flüchtlingen solle begrenzt werden. Er bezeichnete die eintreffenden Asylbewerber als ein „trojanisches Pferd“ und warnte, es könne sich um Kämpfer der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) handeln: „Ich mag Migration nicht. Ich mag es nicht, wenn die Menschen kommen. Europa muss jetzt damit klar kommen.“

          „Ich wäre vielleicht in Syrien einmarschiert“

          Für die Flüchtlinge aus Syrien will Trump eine Flugverbotszone in Nordsyrien einrichten, damit sie „dahin zurückgehen, wo sie herkommen“. Der Milliardär machte in Teilen auch Präsident Barack Obama für die nun in Europa herrschende Flüchtlingskrise verantwortlich, weil er nicht frühzeitig und entschieden mit militärischen Mitteln gegen den syrischen Präsidenten Assad vorgegangen sei. „Ich wäre vielleicht in Syrien einmarschiert“, erklärte Trump in der Sendung.

          Des Weiteren gab Trump an, dass besser fühle, wenn er eine Waffe bei sich trage. Auf die Frage, warum er einen Waffenschein habe, sagte Trump: "Weil ich mich gerne schütze." Auf die Rückfrage, ob er die Waffe auch trage, antwortete er: "Manchmal". Nach dem Vorfall an einer Hochschule in Oregon, wo ein Mann am 1. Oktober neun Menschen erschoss, hatte Trump sich gegen schärfere Waffengesetze ausgesprochen und gesagt, Schießereien wie diese hätten damit "nichts zu tun" und gehörten zum Leben dazu.

          Unter den republikanischen Präsidentschaftsbewerbern hält Trump laut einer CBS-Umfrage mit einem Rückhalt von 27 Prozent den Spitzenplatz, gefolgt von Ben Carson mit 21 Prozent. Trumps parteiinterner Rivale, Floridas früherer Gouverneur Jeb Bush, verlor demnach parteiintern an Unterstützung. Gegenüber den Werten vom August fiel Bush in der Gunst der Teilnehmer von Vorwahlen um elf Prozentpunkte zurück. Bei den demokratischen Bewerbern liegt die frühere First Lady und Außenministerin Hillary Clinton in der CBS-Umfrage mit 46 Prozent weiter vorn.

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