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Diplomatischer Fauxpas : Kerrys Beraterin entschuldigt sich für „Fuck the EU“

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Unterwegs in Kiew: Kerry Europaberaterin Victoria Nuland und der amerikanische Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt Bild: REUTERS

Die amerikanische Spitzendiplomatin Victoria Nuland hat für ihre Bemerkung über die Rolle der EU in der Ukraine um Entschuldigung gebeten. Moskau streitet jede Verantwortung für den heimlichen Telefonmitschnitt ab.

          Nach der verbalen Entgleisung der amerikanischen Spitzendiplomatin Victoria Nuland hat die Suche nach den Hintermännern des heimlichen mitgeschnittenen Telefonats begonnen. Die im amerikanischen Außenministerium für Europafragen zuständige Abteilungsleiterin hatte abfällig über die Europäische Union gesagt: „Fuck the EU.“ Eine Audio-Aufnahme dieser Äußerung war am Donnerstag auf Youtube aufgetaucht. Sie fiel in einem vertraulichen Telefongespräch Nulands mit dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, in dem es über Lösungsansätze zur Beilegung der Krise in Kiew ging.

          Das amerikanische Außenministerium hat keine Zweifel an der Echtheit des Mitschnitts. „Ich sage nicht, dass er nicht authentisch ist“, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki. „Ich meine, dabei sollten wir es belassen.“ Nuland habe ihre EU-Partner kontaktiert und für die Äußerungen um Entschuldigung gebeten. Nuland selbst wollte sich am Freitag nicht „über eine private diplomatische Unterhaltung“ äußern. Das sagte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in Kiew.

          Das amerikanische Außenministerium und das Weiße Haus beschuldigten Russland, hinter der Veröffentlichung des bereits vor Tagen geführten Gesprächs zu stehen. „Das ist ein neuer Tiefstand der russischen Spionagetaktik“, sagte Psaki.

          Moskau streitet Verantwortung ab

          Ein Referent des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Rogosin stritt jede Verantwortung ab. „Allein die Tatsache, dass ich reagiert habe, wird genutzt, um Russland die Schuld zu geben“, schrieb Dmitrij Loskutow in der Nacht auf Freitag bei Twitter. Eine offizielle russische Reaktion lag zunächst nicht vor.

          In dem gut vierminütigen Mitschnitt geht es um die Proteste in der Ukraine und den Versuch von Präsident Viktor Janukowitsch, die Oppositionsführer Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko in die Regierung zu holen. Beide Männer lehnten das Angebot ab.

          Die amerikanischen Verantwortlichen schienen nicht begeistert von der Idee zu sein, dass Klitschko stellvertretender Ministerpräsident werden könnte. „Die Klitschko-Sache ist offenkundig das komplizierte Elektron hier“, sagt Pyatt. Der Boxweltmeister sollte das Amt nicht antreten und „seine politischen Hausaufgaben“ machen. Auch Nuland äußerte sich skeptisch über eine Regierungsbeteiligung Klitschkos: „Ich glaube nicht, dass das notwendig und eine gute Idee ist.“

          Nuland und Pyatt sprachen auch über die Pläne von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, den niederländischen Diplomaten Robert Serry als seinen Ukraine-Gesandten zu ernennen. Serrys  Ernennung wäre „großartig“, damit die Vereinten Nationen die Dinge in der Ukraine  „zusammenklebt“, sagte Kerrys Abteilungsleiterin für Europa und ergänzte: „Weißt du, scheiß’ auf die EU.“ Pyatt stimmte zu und äußerte in seiner Antwort die Befürchtung, dass Russland eine Lösung in der Ukraine „hinter den Kulissen“ torpedieren könnte.

          „Das sagt etwas über Russlands Rolle aus“

          Der Sprecher von Präsident Barack Obama, Jay Carney, verteidigte Nuland und sagte, dass die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und der EU „so stark wie nie“ seien. Zu den Einzelheiten des Telefonats wollte er sich nicht äußern. Carney wies aber darauf hin, dass das mit russischen Untertiteln versehene Video von der Regierung in Moskau über den Onlinedienst Twitter verbreitet worden sei. „Das sagt etwas über Russlands Rolle aus“,  so Obamas Sprecher.

          Nuland hielt sich am Donnerstag in Kiew auf, wo sie mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch sprach. Dieser deutete neue Zugeständnisse an. Der Präsident sei ein „Anhänger“ einer baldigen Verfassungsänderung, betonte die Präsidialkanzlei nach dem Treffen Janukowitschs mit Nuland.

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