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Diebstahl bei der NSA : Amerikanisches Unternehmen feuert „zweiten Snowden“

  • Aktualisiert am

Der Hauptsitz der NSA in Fort Meade Bild: AP

Edward Snowden löste die NSA-Affäre aus. Er arbeitete bei Booz Allen Hamilton. Nun wurde der Auslandsgeheimdienst abermals bestohlen. Der Täter stammt aus demselben Unternehmen. Ein zweiter Whistleblower?

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          Für Booz Allen Hamilton ist es ein harter Schlag. Gerade drei Jahre ist es her, dass Edward Snowden 2013 die NSA-Affäre auslöste. Nun kratzt zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ein Mitarbeiter am Renommee des amerikanischen Traditionsunternehmens, und das abermals in dem Bereich, wo absolutes Vertrauen und Verlässlichkeit Pflicht sind.

          Der am Mittwoch veröffentlichten Anklage zufolge wurde ein 51 Jahre alter Angestellter von Booz Allen Hamilton Anfang August festgenommen, der als externer Mitarbeiter für die NSA arbeitete und nach Angaben des Justizministeriums abermals streng geheimes Material und vertrauliche Informationen des Auslandsgeheimdienstes entwendete. Der Zeitung „New York Times“ zufolge untersucht die Bundespolizei FBI, ob der mutmaßliche Datendieb den Quellcode von Programmen entwendet hat, die entwickelt worden seien, um in die Netzwerke von Staaten wie Russland, China, Iran oder Nordkorea einzudringen.

          Entsprechend schmallippig äußerte sich das Unternehmen in einer kurzen Pressemitteilung. Das „angebliche Verhalten“ des Mitarbeiters „reflektiere nicht die Kernwerte“ des 102 Jahre alten Unternehmens, teilte Booz Allen Hamilton mit. Er sei umgehend gefeuert worden. Man werde bei den Untersuchungen behilflich sein und vollständig kooperieren.

          Von einem zweiten Snowden auszugehen, scheint dennoch verfrüht. Wie die „New York Times“ weiter berichtete, sei unklar, ob der Mann das erbeutete Material weitergeleitet habe und auch, was sein Motiv gewesen sein könne. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich nicht um Spionage oder einen politisch motivierten Akt. Der Angeklagte passe nicht in das klassische Bild von jemanden, der eine „Bedrohung von Innen“ darstelle. „Es fällt uns schwer, ihn zu verstehen“, zitierte die Zeitung einen Insider.

          Der zuständige Staatsanwalt im amerikanischen Justizministerium lehnte einen Kommentar zu dem Fall ab. Ein Anwalt des Mannes war zunächst nicht zu erreichen.

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