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Historische Annäherung : Amerika streicht Kuba von Terrorliste

  • Aktualisiert am

Unter Exil-Kubanern: Der amerikanische Präsident Obama (rechts) besuchte am Donnerstag unangekündigt die Kirche „Lady of Charity of El Cobre“ in Miami. Bild: AFP

Die Vereinigten Staaten haben nach 33 Jahren den Karibik-Staat Kuba von der Terrorliste gestrichen. Damit setzen sie die Annäherung der beiden Länder fort. Präsident Obama unternahm derweil einen Überraschungsbesuch.

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          Die Vereinigten Staaten haben das sozialistische Kuba nach 33 Jahren von ihrer Terrorliste gestrichen. Diese endgültige Entscheidung hat am Freitag der amerikanische Außenminister John Kerry getroffen. Der Vollzug der Entscheidung war erwartet worden, nachdem der amerikanische Präsident Barack Obama den Kongress Mitte April über seine Absicht in Kenntnis gesetzt, den kommunistischen Karibikstaat nicht mehr als Unterstützer von Terroristen zu führen. Der Kongress hatte zuvor die 45 Tage lange Widerspruchsfrist gegen diesen Schritt verstreichen lassen.

          Der Schritt ist Teil der jüngsten Annäherung beider Staaten nach mehr als 50 Jahren Eiszeit. Mitte Dezember hatten die Regierungen überraschend verkündet, ihre diplomatischen Beziehungen nach und nach zu normalisieren.

          Auf der US-Staatenliste der Terrorunterstützer stehen nun noch der Iran, Syrien und der Sudan. Kuba war 1982 auf auf die Liste gesetzt worden, unter anderem weil es Mitgliedern der baskischen Untergrundorganisation ETA und der
          kolumbianischen Guerillagruppe FARC Unterschlupf gewährt hatte.

          Gleichzeitig hat Barack Obama bei einem Überraschungsbesuch die wichtigste Wallfahrtsstätte von Exil-Kubanern in den Vereinigten Staaten besichtigt. Medienberichten zufolge besuchte Obama am Donnerstag unangekündigt die Kirche „Lady of Charity of El Cobre“ in Miami, in der die Exil-Kubaner eine Muttergottesfigur als Zeichen für die nationale Einheit der Kubaner verehren. Bei seinem Besuch hielten sich den Angaben zufolge 13 Personen in dem katholischen Gotteshaus auf.

          Das Weiße Haus sprach in einer anschließend veröffentlichten Erklärung von einem symbolischen Besuch. Obama habe „der kubanisch-amerikanischen Diaspora Respekt zollen wollen, die hier betet“. Es sei ihm darum gegangen, „die Opfer der Kubaner in Amerika zu ehren, die sie für ihr Streben nach Freiheit und Chancen gebracht haben, und ihren außerordentlichen Beitrag für unser Land zu würdigen“. Der Präsident habe das das zwei Stockwerke hohe Wandbild betrachtet, das zentrale Personen der kubanischen Geschichte abbildet, hieß es.

          Obamas Besuch wird von Beobachtern als Vorbereitung einer möglichen Reise nach Kuba gewertet. Innerhalb der Gemeinde der Exil-Kubaner in den Vereinigten Staaten gibt es geteilte Ansichten über den Annäherungskurs des Weißen Hauses an Havanna. Die beiden Staaten wollen nach mehr als 50 Jahren volle diplomatische Beziehungen aufnehmen. Papst Franziskus hatte bei der Annäherung vermittelt.

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