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Kampf gegen IS-Miliz : Obama berät mit Jordaniens König über Hinrichtungsvideo

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Der jordanische König Moaz Abdullah II. im Gespräch mit Präsident Barack Obama im Weißen Haus in Washington Bild: AFP

Die Ermordung des jordanischen Piloten durch die Terrorgruppe IS überschattet die Amerika-Reise von König Abdullah II. Im Weißen Haus kam es zu einem kurzfristigen Treffen mit Präsident Obama.

          Nach der Ermordung eines jordanischen Kampfpiloten durch die Dschihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) hat Präsident Barack Obama kurzfristig den jordanischen König Abdullah II. empfangen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Limousine des Königs am Dienstagabend am Weißen Haus eintraf. Abdullah II. hielt sich in der amerikanischen Hauptstadt auf, als die IS-Miliz am Dienstag ein Video der Tötung veröffentlichte. Eine Begegnung mit Obama war ursprünglich nicht vorgesehen.

          In Jordanien hatte es Demonstrationen für die Freilassung  des Piloten gegeben

          In dem Video ist zu sehen, wie der Pilot Moaz Kasasbeh bei lebendigem Leib verbrannt wird. Der Jordanier war im Dezember nach dem Absturz seines Kampfflugzeugs über Syrien von den Dschihadisten als Geisel genommen worden. Nach Informationen des jordanischen Staatsfernsehens wurde er bereits am 3. Januar getötet. Das Königreich gehört zu der internationalen Koalition, die unter amerikanischer Führung Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak fliegt.

          König Abdullah II. beschwor angesichts der Ermordung die Einheit der Nation. „Mit Wut und Trauer haben wir die Nachricht vernommen, dass der Pilot und Held Moaz Kasasbeh von der Terrororganisation IS getötet wurde - von der feigen, fehlgeleiteten Verbrecherbande, die nichts mit unserer Religion zu tun hat“, sagte er von Washington aus im Fernsehen. In solch schwierigen Zeiten sei es die Pflicht der Söhne und Töchter der Nation, zusammenzuhalten. Dies werde letztlich zu größerer Stärke führen.

          Bei ihrem Treffen im Oval Office des Weißen Hauses gaben Obama und Abdullah II. keine öffentlichen Stellungnahmen ab. „Der Präsident und König Abdullah versicherten, dass die abscheuliche Ermordung dieses mutigen Jordaniers die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft bei der Zerstörung von IS nur verstärken wird“, sagte ein Sprecher der amerikanischen Regierung nach dem Treffen.

          Obamas Regierung will ihre Wirtschafts- und Militärhilfen für Jordanien im Zeitraum 2015 bis 2017 auf insgesamt drei Milliarden Dollar (2,59 Milliarden Euro) erhöhen. Sollte der Kongress in Washington der Summe zustimmen, würden die Zuwendungen der Vereinigten Staaten an Amman fast verdoppelt. Das Königreich sei ein „standfester und stabiler Verbündeter in einer der Weltgegenden mit den meisten Herausforderungen“, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry, der sich am Dienstag ebenfalls mit Abdullah II. getroffen hatte.

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