https://www.faz.net/-gq5-79wym

Datenaffäre : NSA-Chef: Dutzende Terrorakte verhindert

  • Aktualisiert am

NSA-Chef General Keith Alexander während der Anhörung in Washington Bild: AFP

Vor dem Washingtoner Senatsausschuss hat NSA-Geheimdienstchef Keith Alexander die amerikanische Datenspionage verteidigt. Der Whistleblower Edward Snowden warf Amerika Cyberangriffe auf China vor.

          Die umstrittenen Datenspionage-Programme der Vereinigten Staaten haben nach Angaben von NSA-Geheimdienstchef Keith Alexander geholfen, „Dutzende“ Terrorattacken zu verhindern. Das sagte Alexander am Mittwoch vor einem Washingtoner Senatsausschuss. Er kündigte an, sobald wie möglich eine exakte Zahl zu veröffentlichen. Im einzelnen erwähnte der NSA-Chef aber bereits zwei Fälle. Einer davon ist der geplante Anschlag von drei Islamisten auf die New Yorker U-Bahn im September 2009. Das Trio war einen Tag vor der Ausführung aufgeflogen. Alexander nannte den Namen Najibullah Zazi, der einer der Verschwörer war. Er erwähnte außerdem David Headley, der wegen seiner Beteiligung an der Terrorattacke in Mumbai 2008 in einem amerikanischen Gefängnis sitzt.

          Der Militärgeheimdienst NSA (National Security Agency) steht im Mittelpunkt von gleich zwei amerikanischen Spionageskandalen. Dabei geht es um das Sammeln von Daten aus Telefonaten von Millionen Kunden der amerikanischen Gesellschaft Verizon und den massiven Zugriff auf Server von Internetfirmen. Vor allem die Internetspionage hat auch im Ausland scharfe Kritik ausgelöst, unter anderem in Deutschland. Es war das erste Mal, dass sich Alexander öffentlich zu den Programmen äußerte, seit der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden sie am vergangenen Sonntag enthüllt hatte.

          Snowden: Amerikanische Cyber-Angriffe auf China

          Snowden hält sich weiter in Hongkong versteckt und warf den Vereinigten Staaten Cyberangriffe auf hunderte Ziele in China und Hongkong vor. Die Operationen seien seit dem Jahr 2009 im Gange, sagte Snowden der „South China Morning Post“. Nach Angaben der Zeitung legte er Dokumente vor, deren Echtheit aber nicht überprüft worden sei.

          Laut Snowden hat die NSA weltweit mehr als 61.000 Hacking-Aktionen durchgeführt; hunderte von ihnen sollen sich gegen China gerichtet haben. Ziele seien unter anderem Universitäten, Unternehmen und öffentliche Funktionsträger gewesen. Die Vereinigten Staaten ihrerseits werfen China massive Cyberattacken vor, unter anderem, um sich Informationen über militärische Technologie zu verschaffen.

          Snowden kündigte in dem Interview an, seine Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten vor Gericht verteidigen zu wollen. „Ich hatte viele Möglichkeiten, aus Hongkong zu flüchten, aber ich möchte bleiben und die amerikanische Regierung vor Gericht bekämpfen, weil ich Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit Hongkongs habe.“

          Snowden sagte, er sei „weder ein Verräter noch ein Held. Ich bin Amerikaner.“ Er wolle mit seinen Enthüllungen die „Scheinheiligkeit“ der Vereinigten Staaten demonstrieren, die von sich behaupteten, keine zivilen Ziele anzugreifen.

          Weitere Themen

          Iran hält ausländischen Tanker fest

          Im Persischen Golf : Iran hält ausländischen Tanker fest

          Laut iranischen Staatsmedien haben die Revolutionsgarden einen Öltanker gestoppt und die Crew verhaftet. Der Tanker soll demnach eine Million Liter Treibstoff in den Persischen Golf geschmuggelt haben.

          Niemand will einen Pull-Effekt Video-Seite öffnen

          Seehofer zur Seenotrettung : Niemand will einen Pull-Effekt

          Es gehe daher darum, einen kontrollierten Mechanismus auszuarbeiten, damit sich nicht bei jedem Schiff ein „quälender Prozess“ bei der Verteilung der Flüchtlinge entwickle, sagte der Bundesinnenminister. Die EU-Innenminister verhandeln dazu in Helsinki.

          Topmeldungen

          Der Blick auf die Oberbaumbrücke, die Friedrichshain und Kreuzberg verbindet.

          Glücklich im Job : Wo die Arbeit am meisten Spaß macht

          Laut einer neuen Auswertung leben die glücklichsten Arbeitnehmer in Berlin. Aber was fördert überhaupt die Zufriedenheit von Mitarbeitern? Mehr Freizeit statt mehr Geld ist nur eine Möglichkeit.

          Trumps Ausfälle : Rassist? Hetzer!

          Trumps Anhänger lieben es, wenn er vulgär und beleidigend wird. Das nennt man Mobilisierung. Da spielt es fast keine Rolle, ob er ein Rassist ist oder nicht. Dem Land dient das in keinem Fall.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.