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Chronologie der Ereignisse : Ausnahmezustand in Boston

  • Aktualisiert am

Szenen wie aus einem Krieg: Erleichterung bei den Swat-Teams nach der Ergreifung des zweiten Verdächtigen Bild: dpa

Nach einer nervenaufreibenden Jagd ist in Boston in der Nacht auch der zweite Terrorverdächtige gefasst worden. Er versteckte sich in einem Boot vor der Polizei und ist schwer verletzt. Die Chronologie der Ereignisse.

          04:38 Uhr - Obama lobt die Polizei

          Präsident Obama geht vor die Presse und lobt die Polizei für die erfolgreiche Festnahme. Mit „Professionalität und Mut“ sei den Ermittlern  ein Fahndungserfolg gelungen, sagt Obama. Dank der Bemühungen sei nun ein  „wichtiges Kapitel“ in dem Fall abgeschlossen. Obama lobt auch die  Einwohner der Stadt Boston, die mit „Entschlossenheit“ auf die  „bösartige Attacke“ reagiert hätten.

          Zeigte sich zufrieden über den Einsatz und versprach eine vollständige Aufklärung der Tat: Präsident Barack Obama

          04:30 Uhr - Polizei: Zarnajew ist schwer verletzt

          Dschochar Zarnajew, befindet sich in einem „ernsten Zustand“. Das teilt die Polizei in Boston mit.

          04:00 Uhr - Großer Jubel auf Bostons Straßen

          Nach der Festnahme Dschochar Zarnajews ist auf den Straßen von Watertown großer Jubel ausgebrochen. Amerikanische Fernsehsender zeigen Bürger, die ins Freie strömen und applaudieren.

          03:27 Uhr - Zarnajew versteckte sich in einem Boot

          Dschochar Zarnajew versteckte sich offenbar in einem Boot im Stadtteil Watertown vor der Polizei. Das Boot war nach Polizeiangaben auf einem Grundstück eines Hauses abgestellt. Wie es hieß, wurde er lebend, aber verletzt gefasst. Der Sender MSNBC berichtet, die Polizei sei von der Besitzerin alarmiert worden, die Blutspuren auf der Plane zum Abdecken des Bootes gesehen hatte. Zarnajew ist offenbar bei einem Schusswechsel mit der Polizei in der Nacht zum Freitag verletzt worden.

          02:48 Uhr - Zweiter Terrorverdächtiger festgenommen

          Die Suche hat ein Ende: Der zweite mutmaßliche Attentäter des Boston-Marathons ist festgenommen worden. Das hat die Bostoner Polizei über Twitter mitgeteilt.

          21:50 - Abendveranstaltungen in Boston fallen aus

          Wegen der Terrorfahndung sind am Freitagabend viele Großveranstaltungen in Boston ausgefallen. Das Baseball-Spiel der Red Sox im mehr als 40.000 Zuschauer fassenden Fenway-Park-Stadion wurde abgesagt, ebenso das Eishockey-Match der Boston Bruins in der TD-Garden-Arena. Man wolle keine Einsatzkräfte der Polizei binden, die auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen benötigt würden, hieß es zur Begründung. Auch das bekannte Symphonieorchester der Stadt ließ eine Vorführung ausfallen. Auch andere Einrichtungen blieben geschlossen. Die Polizei verhängte in der Stadt eine Ausgangssperre.

          Barack Obama und sein Vize Joe Biden sind im abhörsicheren „Situation Room“ im Weißen Haus über die Fahndung nach den Terrorverdächtigen von Boston informiert
worden. Regierungssprecher Jay Carney veröffentlichte am Freitagnachmittag (Ortszeit) ein Foto des Treffens im Fotodienst Flickr.

          18.59 - Polizei: 60 Prozent der Gegend durchkämmt

          Der gesuchte mutmaßliche Bombenleger ist weiterhin nicht gefunden worden. Es seien Fortschritte bei der Suche gemacht worden, aber es gebe bisher „keine Festnahme“, sagte Polizeioffizier Timothy Alben bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag Ortszeit. Die Suche in Watertown werde von Haus zu Haus und Tür zu Tür fortgesetzt. Bisher seien rund 60 Prozent der Gegend durchkämmt worden, in der der Verdächtige vermutet wird. Alben kündigte für den Nachmittag eine „kontrollierte Sprengung“ in einer Straße im Vorort Cambridge an, wo die Brüder gelebt hätten. Die Bürger in Boston sollten weiterhin in ihren Häusern bleiben, sagte Gouverneur Deval Patrick.

          18.05 Uhr - Onkel: Nicht geschafft, sich ein Leben aufzubauen

          Der Onkel der mutmaßlichen Täter äußert sich immer wieder in amerikanischen Medien. Er zeigt sich geschockt und beschämt. „Was sie taten, ist eine Schande“, schrie Ruslan Tsarni in die Mikrofone zahlreicher Journalisten vor seinem Haus. Der Anschlag sei abscheulich. „Sie haben es nicht geschafft, sich ein Leben aufzubauen und hassten deshalb alle anderen“, sagte Tsarni. Er habe seit Jahren nichts mit seinen Neffen zu tun gehabt, zuletzt im Dezember. Er sei Tschetschene, genau wie seine Neffen, und Muslim. „Aber das hat alles nichts mit Religion zu tun“, sagte Tsarni. Jemand habe die beiden Jungen radikalisiert, „aber es war nicht mein Bruder“.

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