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Chronologie der Annäherung : Mehr als 50 Jahre Eiszeit

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Gefangen: Exilkubaner landeten am 17. April 1961 in der Schweinebucht. Statt des von ihnen geplanten Umsturzes, wurden sie von Milizen gefasst. Bild: dpa

Jahrezehntelang waren Washington und Havanna verfeindet. FAZ.NET dokumentiert die schwierigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba seit den 1960er Jahren in Bildern.

          Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba sind seit Jahrzehnten äußerst angespannt. Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen wollen Washington und Havanna nun ihr Verhältnis normalisieren. Ein Überblick über die wichtigsten historischen Etappen:

          1961: Nachdem Washington im Januar die diplomatischen Beziehungen zu Havanna abbricht, organisiert der amerikanische Geheimdienst CIA vom 17. bis 19. April die Invasion der Schweinebucht auf Kuba durch Exil-Kubaner. Diese werden jedoch von kubanischen Regierungstruppen besiegt.

          1962: Die Vereinigten Staaten unter Präsident John F. Kennedy verhängen ein Wirtschafts-Embargo gegen Kuba. Washington entdeckt sowjetische Raketen auf der Insel - die Kuba-Krise bringt die Welt an den Rand des Atomkrieges. Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow willigt in den Abzug der Raketen ein - unter der Bedingung, dass die Vereinigten Staaten nicht auf Kuba einmarschieren.

          1963: Inkrafttreten von Reisebeschränkungen für amerikanische Bürger, die nach Kuba wollen. Kubanische Guthaben werden eingefroren.

          1965: Havanna erlaubt Hunderten Kubanern, in die Vereinigten Staaten zu segeln. Der demokratische Präsident der Amerikaner, Lyndon B. Johnson, organisiert sogenannte Freiheits-Flüge für Kubaner. Bis April 1973 verlassen gut eine Viertelmillion Menschen die Insel.

          1977: Amerikas Präsident Jimmy Carter lockert die Reisebeschränkungen. Durch die Gründung einer Art gegenseitiger Interessenvertretung (Interests Section) in beiden Hauptstädten verbessern sich die Beziehungen ein wenig.

          Rücktritt von Fidel Castro

          1980: Kubas Staatschef Fidel Castro genehmigt Ausreisewilligen, vom Hafen Mariel aus in die Vereinigten Staaten zu reisen. Ende September treffen rund 125.000 Kubaner in Florida ein.

          1982: Amerikas republikanischer Präsident Ronald Reagan verschärft die Reisebeschränkungen wieder.

          1992: Die UN-Vollversammlung verurteilt Washington wegen des Festhaltens am Embargo. Kurz vorher hatte die amerikanische Regierung unter George Bush eine weitere Verschärfung des Embargos gegen Kuba gebilligt.

          1996: Das Helms-Burton-Gesetz aus Washington macht die Embargo-Auflagen noch strenger.

          2004: Amerikas republikanischer Präsident George W. Bush kündigt neue Reise- und Überweisungsbeschränkungen für amerikanische Bürger nach Kuba an. Reisen sind nur noch einmal alle drei Jahre gestattet.

          2008: Fidel Castro tritt wegen anhaltender Gesundheitsprobleme als Präsident Kubas zurück, sein Bruder Raúl wird Staatschef.

          Historisches Telefonat

          2009: Obama ordnet an, die Beschränkungen für amerikanische Bürger kubanischer Herkunft bei Reisen und Überweisungen nach Kuba aufzuheben. Der amerikanische Präsident spricht von einem „Neuanfang“ nach „Jahrzehnten des Misstrauens“.

          2011: Die Vereinigten Staaten lockern ihre Kuba-Sanktionen, unter anderem werden Finanztransfers und die Visavergabe erleichtert sowie andere Reisebeschränkungen aufgehoben.

          2013: Obama und Castro schütteln sich bei der Trauerfeier für den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela in Südafrika die Hand. Castro bietet den Vereinigten Staaten einen Dialog an, wenn diese im Gegenzug das politische System und die Unabhängigkeit Kubas respektieren.

          2014: Obama und Castro kündigen nach einem historischen Telefonat am 17. Dezember Verhandlungen über die Wiederaufnahme von vollen diplomatischen Beziehungen an. Zudem will der amerikanische Präsident mit dem Kongress über eine Aufhebung des Embargos beraten. Kuba lässt den seit 2009 wegen Spionageverdachts inhaftierten Amerikaner Alan Gross frei, zudem will Kuba dutzende politische Gefangene auf freien Fuß setzen.

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