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Cyberangriff : China weist amerikanische Hacking-Vorwürfe zurück

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Sensible Daten von bis zu vier Millionen Mitarbeitern der amerikanischen Regierung könnten nach einer Cyberattacke in falsche Hände gelangt sein. China bestreitet Vorwürfe aus Amerika, wonach chinesische Hacker hinter dem Angriff steckten.

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          China hat die neuen Vorwürfe in den Vereinigten Staaten über einen Cyber-Angriff auf die Personalbehörde der amerikanischen Regierung als „grundlose Anschuldigungen“ zurückgewiesen. In einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua war am Freitag von „einem weiteren Fall gewohnheitsmäßiger Verleumdung Washingtons gegenüber China wegen Cyber-Sicherheit“ die Rede. China sei selbst ein Opfer von Hackern.

          Auch verwies der Kommentar der Staatsagentur auf die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden über Schnüffeleien sowie Spionage durch den amerikanischen Geheimdienst NSA im Internet, die sich auch gegen China gerichtet hätten. Die Vereinigten Staaten sollten aufhören, mit zweierlei Maß zu messen. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington wies die Vorwürfe ebenfalls zurück und warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen.

          Die amerikanische Regierung in Washington hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass ihre Personalverwaltung das Ziel einer groß angelegten Cyberattacke geworden sei. Hacker könnten demnach persönliche Daten von bis zu vier Millionen aktiven und ehemaligen Regierungsangestellten der Vereinigten Staaten abgegriffen haben. Es handele sich um sensible Daten. An die möglichen Betroffenen würden nun Benachrichtigungen geschickt.

          Nach Angaben von anonym zitierten Beamten soll China hinter der Attacke stehen. Die Angreifer hätten eine zuvor unbekannte Schwachstelle im System ausgenutzt. Die Daten könnten unter anderem dazu verwendet werden, glaubhaft gefälschte E-Mails im Namen der Regierungsmitarbeiter zu versenden. Informationen über persönliche Finanzen oder Krankenversicherungsdaten könnten zudem für Erpressungen verwendet werden.

          Angriff erst nach Monaten entdeckt

          Die Personalverwaltung der Regierung entdeckte nach eigenen Angaben dank neuer Sicherheitssysteme im April, dass sich Hacker Zugang zu den Computernetzwerken verschafft hätten. Die Cyberattacke sei allerdings bereits vier Monate zuvor verübt worden. Ob die Daten hochrangiger Beamter gestohlen wurden, wurde nicht mitgeteilt.

          Die Personalverwaltung arbeitet nach eigener Angabe mit dem Heimatschutzministerium und der Bundespolizei FBI zusammen, um das Ausmaß der Cyberattacke zu untersuchen. Die Sicherheitssysteme seien mittlerweile verstärkt worden. „Die Daten unserer Bundesbeamten vor heimtückischen Cyber-Vorfällen zu schützen, ist von höchster Priorität“, erklärte die Behördenleiterin Katherine Archuleta.

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