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Besuch in Kuba : Papst Franziskus trifft Fidel Castro

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Er wolle „alle“ Kubaner umarmen, bei seinen Messen die gesamte Nation ansprechen – und nicht als Partner des Regimes erscheinen. So hatte es in Rom geheißen, auch wenn der Papst Castro dabei geholfen hatte, die Eiszeit zu den Vereinigten Staaten aufzubrechen und beim Aufbau diplomatischer Beziehungen zu unterstützen. So bezog sich Franziskus in seiner Antwort auf Castro auf seine beiden Vorgänger. Nach der höflichen Bitte an Raúl, er möge dem älteren Fidel Grüße „spezieller Achtung und Ehrerbietung“ überbringen, erinnerte Franziskus an die Besuche von Johannes Paul II. 1998 und Benedikt XVI. 2012: Er wisse, dass die beiden „im kubanischen Volk und bei den Vertretern des öffentlichen Lebens von Kuba in dankbarer und liebevoller Erinnerung geblieben sind“. Er selbst sei ebenfalls gekommen, um die Freundschaft und Zusammenarbeit zu vertiefen, „damit die Kirche das kubanische Volk in seinen Hoffnungen und Sorgen begleitet, in Freiheit und mit den notwendigen Mitteln und Freiräumen, um die Verkündigung des Reiches Gottes bis in die existentiellen Peripherien der Menschheit zu bringen“. Er werde „für die gesamte geliebte Nation beten, damit sie auf den Wegen der Gerechtigkeit, des Friedens, der Freiheit und der Versöhnung voranschreite“.

Kubas Staatschef Raúl Castro mit der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, die ebenfalls zur Papstmesse nach Havanna gekommen war

Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben mit ihren Besuchen für Kuba die Glaubensfreiheit und zwei kirchliche Feiertage erkämpft, außerdem erste Genehmigungen für den Neubau von Kirchen erwirkt. Heute dürfen sich die Orden ausdehnen, der Staat stellte zwei Grundstücke für Kirchenbauten zur Verfügung, für die freilich in der Mangelwirtschaft Kubas der Zement fehlt. Im Übrigen aber hält das Regime die Organisation der Kirche stärker in Schach, als das mit dem afrokubanischen Kult der Santería möglich wäre, denn der kennt keine Organisation. Auch die neueren evangelikalen Gruppen sind weniger leicht zu regulieren, da sie sich meist in privaten Haushalten entwickeln – für die katholische Kirche aber zur Konkurrenz geworden sind. Insgesamt trifft der Papst in Kuba auf eine eher kirchenferne Gesellschaft. Nach Schätzungen werden zwar 60 Prozent der Kubaner getauft, aber nur zwei Prozent gehen regelmäßig in die Kirche. Es ist der Staat, der in den Straßen auf großen Plakaten Franziskus das Willkommen „Bienvenidos“ entrichtet. Bei den Menschen hält sich die Begeisterung in Grenzen: mal ein Abziehbild mit dem Bild von Franziskus auf einem Taxi, mal eine handgemalte Grußbotschaft in einem Geschäft, in der Regel in Nachbarschaft einer Kirche.

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