https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/aussenpolitische-grundsatzrede-trump-amerika-kommt-zuerst-14203320.html

Außenpolitische Grundsatzrede : Trump: Amerika kommt zuerst

  • Aktualisiert am

Donald Trump bei seiner Grundsatzrede zur Außenpolitik Bild: Reuters

Der umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sein Leitmotiv für die angestrebte Amtszeit dargelegt. Deutschland kommt in der Rede nicht gut weg.

          2 Min.

          Der umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat seine Strategien für die Außenpolitik der Vereinigten Staaten dargelegt. „Dass Amerika zuerst kommt, wird das große und maßgebliche Leitmotiv meiner Amtszeit sein“, sagte Trump in einer Rede am Mittwoch in Washington. „Meine Außenpolitik wird die Interessen des amerikanischen Volkes und die Sicherheit der USA über alles stellen.“

          Die Strategien des amtierenden Präsidenten Barack Obama bezeichnete er als totales Desaster. „Wir haben unsere Rivalen und Herausforderer glauben lassen, dass sie mit allem durchkommen“, erklärte er. Trump kritisierte insbesondere das Atomabkommen mit dem Iran und Obamas Politik im Nahen Osten.

          Außerdem will Trump die Nato-Verbündeten dazu bringen, einen höheren Eigenbeitrag zu ihrer Verteidigung zu leisten. Sie müssten entweder mehr zahlen „oder sich selbst verteidigen“. Trump verwies darauf, dass in der Nato außer Amerika nur die wenigsten Partner bislang die zugesagten mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für den Verteidigungsetat aufbrächten. Auch Deutschland gehört zu den Staaten, die diese Zielvorgabe bislang nicht erfüllen.

          „Die Länder, die wir verteidigen, müssen für die Kosten dieser Verteidigung bezahlen“, sagte der Immobilienmilliardär. Täten sie dies nicht, „dann müssen wir diese Länder sich selbst verteidigen lassen“. Der Geschäftsmann hatte bereits im März angekündigt, dass er den Nato-Partnern mehr Lasten aufbürden wolle, und dabei konkret auch Deutschland kritisiert.

          Die Kritik an der Zahlungsmoral ihrer Nato-Verbündeten gehört zum Standardrepertoire amerikanischer Präsidenten. Auch Barack Obama hatte jüngst bei seiner Rede in Hannover  von Europa stärkere Investitionen in moderne Verteidigungsstrategien gefordert.

          Ein Deal mit Russland?

          Trump sagte außerdem, er halte es für möglich, die Verbesserungen mit Russland zu verbessern: „Manche sagen, die Russen würden nicht vernünftig sein. Ich habe vor, es herauszufinden“, sagte er. „Wenn wir unter meiner Amtsführung keinen Deal mit Russland machen können - einen Deal, der großartig wäre für Amerika und auch gut für Russland - dann würden wir den Verhandlungstisch ganz schnell verlassen. So einfach ist das.“

          Vorwahlkampf in Amerika : Trump und Clinton bauen Vorsprung aus

          Trump liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner vorne. Am Dienstagabend hatte er die Vorwahlen in Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island gewonnen. Seine parteiinternen Kontrahenten John Kasich und Ted Cruz ließ er damit weit hinter sich. Trumps Chance, bis zum Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland die absolute Mehrheit von 1237 Delegierten hinter sich zu versammeln, hat sich signifikant erhöht. Die Delegierten küren letztendlich den Kandidaten. Die Präsidentschaftswahl folgt dann im Herbst.

          In den vergangenen Tagen hatten sich seine Berater verstärkt bemüht, Trump präsidialer erscheinen zu lassen. Die Rede in Washington war Teil dieser Strategie. Seine Visionen für die Außenpolitik hatte er zwar auch an anderer Stelle schon dargelegt, es war allerdings die erste größere Rede ausschließlich zu diesem Thema.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstrantinnen protestieren am Freitag vor dem Obersten Gerichtshof in Washington gegen die Entscheidung, das bestehende Abtreibungsrecht zu kippen.

          Abtreibungsrecht in den USA : Sie schreien ihren Frust heraus

          Nachdem der Oberste Gerichtshof von Amerika ein liberales Abtreibungsrecht gekippt hat, versammeln sich Tausende Demonstranten in Washington. Und einige Bundesstaaten verbieten Schwangerschaftsabbrüche sofort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.