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Einwanderung nach Amerika : Zahl der verhafteten Migranten gestiegen

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Auf Patrouille: Eine amerikanische Grenzwächterin am Grenzstreifen zu Mexiko Bild: AFP

Immer mehr Familien wollen illegal in die Vereinigten Staaten gelangen. Und obwohl Donald Trump Mexiko für eine Mauer an der Grenze zahlen lassen wollte, gibt Amerika seinem Nachbarn nun Geld.

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          Trotz der harten Haltung der Regierung von Präsident Donald Trump in der Einwanderungspolitik sind im vergangenen Monat deutlich mehr illegal über die mexikanische Grenze ins Land gekommene Einwandererfamilien von den Behörden festgesetzt worden. Zwischen Juli und August stieg die Zahl der nahe der Grenze zu Mexiko festgenommenen Migrantenfamilien um 38 Prozent, wie am Mittwoch veröffentlichte Zahlen der Grenzschutzbehörden zeigen. 12.774 Familienmitglieder wurden festgenommen. Die Gesamtzahl der Festnahmen – Familien, Einzelpersonen und unbegleitete Minderjährige – lag bei 37.544.

          Die Zahl stieg an, nachdem Gerichte das Vorgehen der Regierung gestoppt hatten, Einwanderkinder von ihren Eltern zu trennen. Im Zuge der „Null-Toleranz“-Politik der amerikanischen Regierung hatten die Behörden in den vergangenen Monaten Familien systematisch getrennt und die Kinder in separaten Lagern untergebracht. Nach einer Welle der Empörung stoppte Präsident Trump die Familientrennungen im Juni.

          Nach Informationen der „New York Times“ sei die Anzahl der Kinder, die von ihren Familien getrennt untergebracht werden, jedoch so hoch wie nie zuvor. 12.800 Kinder seien in Einrichtungen in den Bundesstaaten untergebracht, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Zahlen, die dem Kongress mitgeteilt worden seien. Der Grund für die hohe Zahl sei nicht, dass mehr Kinder über die Grenze kommen, sondern dass immer weniger Kinder entlassen werden, um mit ihren Familien oder anderen Aufnahmewilligen zu leben. Aufgrund einer härteren Durchsetzung von Gesetzen trauten sich immer weniger Verwandte oder Freunde der Familien, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen.

          In einer Reaktion auf die neuen Zahlen zu den Grenzübertritten sagte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums, Schuld seien „Lücken in der nationalen Gesetzgebung“. Notwendig seien härtere Einwanderungsgesetze.

          Die Mehrzahl der im August illegal in die Vereinigten Staaten eingewanderten Menschen kam aus den mittelamerikanischen Staaten El Salvador, Honduras und Guatemala. Wegen der Entfernung ist die Abschiebung dieser Migranten schwieriger als die von Mexikanern in ihr direkt angrenzendes Herkunftsland. Deshalb plane die Regierung von Präsident Trump, Mexiko 20 Millionen Dollar für die Rückführung von Mittelamerikanern in deren Herkunftsländer zur Verfügung zu stellen, berichtet die „New York Times“. Mexiko solle so befähigt werden, rund 17.000 illegale Immigranten zu deportieren. Der Schritt soll helfen, die Zahl von Migranten an der Grenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko zu reduzieren. Im Wahlkampf hatte der amerikanische Präsident versprochen, Mexiko für eine Mauer an der Grenze zahlen zu lassen.

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