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Amerika und Saudi-Arabien : Obamas Machtvakuum

George W. Bush wollte die arabische Welt demokratisieren und scheiterte; Barack Obama hingegen akzeptiert die autokratischen Regime des Nahen Ostens. Politisches Kapitel investiert er in die Region kaum – und Saudi-Arabien versucht, das auf seine Art zu nutzen.

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          Beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Saudi-Arabien stoßen zwei Haltungen aufeinander, die zeigen, wie sehr sich die beiden Verbündeten auseinandergelebt haben. Anders als sein Vorgänger George W. Bush, der die arabische Welt demokratisieren wollte und dabei scheiterte, akzeptiert Obama die autokratischen Regime des Nahen Ostens. Unter seiner Führung investiert Amerika aber kaum politisches Kapital in die Region, denn Obama hält sie für immer weniger relevant.

          Anstatt den Golfmonarchien ein Verteidigungsabkommen anzubieten, fordert er sie auf, nicht länger „Trittbrettfahrer“ des amerikanischen Militärschirms zu sein und sich den Nahen Osten doch mit dem Erzfeind Iran zu teilen.

          Saudi-Arabien reagiert auf diese Aufforderung mit der Salman-Doktrin: Riad will nun das Vakuum füllen, das Amerika mit seinem Rückzug schafft, und in der Region die alleinige Hegemonialmacht sein.

          Die Saudis wollen führen, praktizieren aber eine erratische und – etwa im Jemen – abenteuerliche Politik, die (noch) nicht das Vertrauen rechtfertigt, das sie einfordern.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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