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Amerika und Russland : Erkaltet

Washington wirft Putin vor, einen Schlüsselvertrag zur Abrüstung gebrochen zu haben. Das russisch-amerikanische Verhältnis erkaltet auf breiter Front.

          Dass die Spezialisten für Propaganda sofort „Propagandakrieg!“ rufen, wenn die Gegenseite unangenehme Wahrheiten ans Licht bringt, ist kein Grund, sich zu empören. An diese russische Taktik, die auch für das heimische Publikum bestimmt ist – dieses Publikum unterstellt dem Westen ohnehin nur böse Absichten –, hat man sich im Zuge des Ukraine-Konflikts gewöhnt.

          Und so sieht Moskau die amerikanische Beschwerde, Russland habe bodengestützte Marschflugkörper getestet und damit einen Schlüsselvertrag zur Abrüstung aus dem Jahre 1987 gebrochen, als Teil einer Kampagne. Ist sie das? Tatsächlich hat Washington sich schon im vergangenen Jahr auf der Arbeitsebene über eine Verletzung beschwert – und nur Ausflüchte zu hören bekommen.

          Jetzt hat sie Obama, in einem Brief von Präsident zu Präsident, auf die höchste Stufe gehoben – zugegeben, in einer nicht gerade spannungsarmen Phase. Für Obama, der an dem Vertrag festhalten will, ist der Vorgang delikat, weil Russland den Vertrag gerne kündigen würde. So oder so, das russisch-amerikanische Verhältnis erkaltet auf breiter Front.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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