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Kommentar zu Amerika und Iran : Die Methode Trump

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Dienstag in Washington. Bild: AFP

Ob mit Freund oder Feind – Donald Trump sucht die persönliche Begegnung, um sich nach allerlei inszeniertem Krawall als strahlender Sieger zu präsentieren. Erreicht hat er damit bislang kaum etwas.

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          Es gibt kein Land, dessen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten so schlecht sind wie Iran. Das freiheitliche Amerika und die Islamische Republik sind das, was man früher Erzfeinde genannt hat. Sie werden unversöhnlich getrennt durch Weltanschauung und Interessenlage. Aber selbst in diesem Fall vertraut Trump seiner außenpolitischen Methode und bietet dem iranischen Präsidenten Gespräche ohne Vorbedingungen an. Nicht anders hat er es mit Nordkorea und Russland gehalten, denn dieses Vorgehen entspringt seinem Selbstverständnis als starkem Anführer. Man kennt das Modell mittlerweile: Ob mit Freund oder Feind (so klar ist der Unterschied da nicht) – Trump sucht die persönliche Begegnung, um sich nach allerlei inszeniertem Krawall als strahlender Sieger zu präsentieren.

          Das folgt mehr den Drehbüchern des Reality TV, das Trump groß gemacht hat, als den bewährten Gepflogenheiten der Diplomatie. Natürlich ist im Grundsatz nichts gegen Gespräche einzuwenden, schon gar nicht, wenn sie gefährliche Konflikte entschärfen sollen. Aber bisher hat Trump mit seinem unkonventionellen Vorgehen wenig erreicht. Seine Begegnung mit Putin hat, soweit man weiß, keine nennenswerten Ergebnisse gehabt. Sie war in erster Linie ein atmosphärischer Geländegewinn für den russischen Präsidenten.

          Freihändigkeit und Unernst

          Und sein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator nutzte das Regime womöglich nur zu einer seiner altbekannten Finten. Offenbar baut es weiter an Raketen, die Amerika erreichen können. Im Augenblick sieht es so aus, als nütze die Methode Trump der jeweiligen Gegenseite mehr als seinem Land. Das liegt auch an der Freihändigkeit und dem Unernst, mit denen der Präsident in diese Zusammenkünfte geht.

          Es spricht wenig dafür, dass es mit Iran wesentlich anders liefe. Die Gegensätze zwischen beiden Seiten sind so groß, dass sie nicht mit einem Showauftritt zu beseitigen wären; die Stichworte sind Atomstreit, regionale Ordnung, Israel. Über das iranische Atomprogramm wurde jahrelang verhandelt, bevor es ein Abkommen gab, und das betraf nur einen der strittigen Punkte. Dass Trump es ohne Not gekündigt hat, macht die Ausgangslage nicht einfacher. Kein Wunder, dass sein Außenminister doch noch Vorbedingungen für ein Treffen nachgeschoben hat. Zur Methode Trump gehört allerdings auch, die eigenen Mitarbeiter zu ignorieren.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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