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Amerika in Sorge : So erhöht Joe Biden den Impfdruck

Der amerikanische Präsident Joe Biden am Dienstag im Weißen Haus Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten versuchen alles, um die Impfquote zu erhöhen. Drei Bundesstaaten schenken bereits jedem Geimpften 100 Dollar. Und Influencer sollen die jüngeren Amerikaner überzeugen.

          2 Min.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden macht aus seinem Ärger über republikanische Gouverneure keinen Hehl mehr. In einer Ansprache am Dienstag forderte er speziell die republikanischen Gouverneure von Florida und Texas auf, ihm entweder bei der Bekämpfung der Pandemie zu helfen, oder die „Bahn frei“ zu machen. Biden merkte an, dass die beiden Bundesstaaten für ein Drittel der neuen Corona-Fälle verantwortlich seien. Texas und Florida gehören zu den sieben republikanisch geführten Bundesstaaten, in denen Arbeitgebern nicht erlaubt ist, von ihren Beschäftigten Impfnachweise oder das Tragen von Schutzmasken zu verlangen. Niedrige Impfquoten, hohe neue Fallzahlen, Überbelegungen von Intensivstationen und viele Todesfällen stehen aus der Perspektive des Weißen Hauses in einem engen Zusammenhang und sie konzentrieren sich auf politisch konservative Regionen.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Biden spießte speziell ein Dekret des texanischen Gouverneurs Greg Abbott auf. Das verbietet Regierungseinrichtungen einschließlich Schulen und Universitäten, das Tragen von Schutzmasken verpflichtend zu machen. Lehrer oder Professoren, die von ihren Schülern und Studenten verlangen, eine Maske zu tragen, riskieren eine Geldstrafe von bis zu 1000 Dollar.

          Biden lobt Unternehmen wie Google

          Bidens neue Aggressivität erklärt sich auch dadurch, dass das heimische Impfprogramm nicht in der gewünschten Geschwindigkeit voranschritt. Das Ziel, 70 Prozent der Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli zu impfen, wurde verfehlt. Damit ging auch der schöne Plan nicht auf, den Feiertag als Tag der großen Öffnung zu zelebrieren. Impfgegner und -skeptiker, die ihre Informationen vornehmlich aus sozialen Medien und von konservativen Sendern beziehen, haben den Fortschritt gebremst. Zugleich werden mit der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus die Anforderungen höher. Galt Herdenimmunität als erreicht, wenn zwischen 60 und 70 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft sind, steigt die Schwelle nun auf 80 bis 85 Prozent, sagt Peter Hotez, Dekan der Tropenmedizin-Fakultät am texanischen Baylor College.

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          Die Herausforderung ist jetzt schon gewaltig: Laut Biden sind 90 Millionen Amerikaner (zwölf Jahre und älter) bei einer Gesamtbevölkerung von 330 Millionen Bürgern nicht geimpft. Biden versucht nun, der Impfkampagne neuen Schub zu geben. Er verpflichtet nicht nur alle Mitarbeiter von Bundesbehörden, entweder eine Impfung zu dokumentieren oder aber Masken zu tragen und sich ständig testen zu lassen. Auch die Lieferanten und Dienstleiter der Bundesbehörden werden dazu verpflichtet.

          Biden lobte ausdrücklich Unternehmen wie Wal-Mart, Google und den Fleischkonzern Tyson, die von ihren Beschäftigten verlangen, sich impfen zu lassen. Die Stadt New York fordert für Restaurantbesucher von sofort an einen Impfnachweis. Das Weiße Haus testet zudem neue Methoden, um Impfskeptiker anzulocken. Biden hatte vorgeschlagen, jedem Geimpften 100 Dollar zu schenken. Drei Bundesstaaten praktizieren das inzwischen und konnten damit die Anzahl ihrer täglichen Impfungen um 25 Prozent erhöhen, berichtete der Präsident.

          Um junge Leute zu gewinnen, die über klassische Medien schwer zu erreichen sind, zahlt die Regierung sogenannten Influencern in den Sozialen Medien Geld. Sie haben zum Teil Millionen Anhänger, die nun für eine Impfung gewonnen werden sollen. In konservativen Bundesstaaten mit niedrigen Impfquoten nimmt derweil die Zahl der Leute, die sich impfen lassen, stark zu; wohl aus Furcht vor der Delta-Variante.

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