https://www.faz.net/-gpf-78qrc

Amerika : Giftbrief an Obama: Neuer Verdächtiger festgenommen

  • Aktualisiert am

Die amerikanische Bundespolizei hat einen Mann festgenommen, der Giftbriefe an den amerikanischen Präsidenten und an einen Senator verschickt haben soll. Zunächst war ein Bekannter des Mannes unter Verdacht geraten, mittlerweile gehen die Ermittler von einer Intrige aus.

          Das FBI hat am Samstag in Mississippi einen 41-jährigen Mann festgenommen, der Giftbriefe an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama und einen Senator verschickt haben soll. Wie der Sender CNN und andere Medien unter Berufung auf eine Sprecherin der Bundespolizei berichteten, wurde der Verdächtige in seinem Haus in Tupelo gefasst. Zunächst war ein Bekannter des Mannes, der Elvis-Imitator Paul Kevin Curtis, als Absender der giftigen Post in Verdacht geraten und sogar angeklagt worden. Die Vorwürfe gegen ihn wurden dann aber fallengelassen.

          Die mit dem tödlichen Eiweißstoff Ricin (Rizin) präparierten Schreiben an Obama und den Republikaner Roger Wicker waren in den Poststellen des Weißen Hauses und Kapitols abgefangen worden. Auch eine Richterin in Mississippi erhielt einen Giftbrief.

          Eine Intrige?

          Curtis selbst hatte am vergangenen Montag in einer gerichtlichen Anhörung den Verdacht geäußert, dass er Opfer einer Intrige sei. Er brachte in diesem Zusammenhang den jetzt verdächtigen Mann ins Gespräch, einen Kampfsportlehrer, mit dem er nach eigenen Angaben seit längerem im Streit liegt. Laut „New York Times“ gingen die Auseinandersetzungen so weit, dass Curtis in einem Fall sogar einen Rechtsanwalt zurate zog.

          Die Giftbriefe waren laut Medienberichten mit dem Satz unterzeichnet: „Ich bin KC und habe diese Botschaft gebilligt.“ Das ist eine Formulierung, die Politiker am Ende von politischen Werbespots verwenden, um zu zeigen, dass sie hinter dem Inhalt des Spots stehen. Curtis habe diesen Satz regelmäßig auf seiner Facebook-Seite verwendet.

          Der „New York Times“ zufolge steht der nun verdächtige Bekannte von Curtis, dessen Haus das FBI in den vergangenen Tagen durchsucht hatte, auch wegen Kindesmissbrauchs unter Verdacht. 2007 soll er sich erfolglos für einen Sitz im Repräsentantenhaus von Mississippi beworben haben. Einer der Giftbriefe sei an die Mutter seines damaligen Herausforderers, die Richterin Sadie Holland, gegangen.

          Ricin wird aus den Samen des Wunderbaums gewonnen. Geringste Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten.

          Weitere Themen

          Ich will, es muss

          Daniel Cohn-Bendit im Gespräch : Ich will, es muss

          Brauchen wir die Nato und die Europäische Union noch? Für den Historiker Gregor Schöllgen sind sie aus der Zeit gefallen, überflüssig. Daniel Cohn-Bendit widerspricht ihm vehement.

          Scholz lässt seine Pläne offen Video-Seite öffnen

          Bewerbung auf SPD-Vorsitz : Scholz lässt seine Pläne offen

          „Ganz klar ist, wir müssen in Deutschland vorankommen mit unserem Land. Wir müssen dafür sorgen, dass der Zusammenhalt besser wird“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für die SPD-Spitze.

          Topmeldungen

          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?
          Schon im Wahlkampfmodus? Olaf Scholz am Samstag beim Tag der Offenen Tür im Finanzministerium in Berlin

          SPD : Scholz will bald Partnerin für Parteivorsitz vorstellen

          Olaf Scholz will sich in der „zweiten Wochenhälfte“ zu seiner Kandidatur und seiner Partnerin äußern. Die Zahl der Kandidaten-Paare für den Parteivorsitz könnte bis dahin noch gestiegen sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.