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Amerika : Früherer Vizepräsident Walter Mondale gestorben

  • Aktualisiert am

Walter Mondale, ehemaliger Vizepräsident Amerikas, 2018 in Washington Bild: dpa

Walter Mondale, Vizepräsident unter Jimmy Carter, ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren in Minneapolis. Joe Biden würdigte ihn als Wegbereiter der modernen Vizepräsidentschaft und Vorbild seiner eigenen Arbeit.

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          Der frühere amerikanische Vizepräsident Walter Frederick Mondale ist tot. Er sei im Alter von 93 Jahren zu Hause in seiner Heimatstadt Minneapolis gestorben, teilte seine Familie am Montag (Ortszeit) in einer Erklärung an die Medien mit. Mondale, von seinen Freunden „Fritz“ genannt, war von 1977 bis 1981 Stellvertreter des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter. Der heute 96 Jahre alte Carter würdigte ihn als den bisher „besten Vizepräsidenten in der Geschichte“ der Vereinigten Staaten.

          „Fritz Mondale war uns allen sowohl im öffentlichen Dienst als auch im Privatleben ein Vorbild“, schrieb Carter. Der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama hob den Einsatz Mondales für liberale Werte hervor. Bevor ihn Carter als Vizepräsident ins Team holte, war der Jurist Mondale Generalstaatsanwalt im Bundesstaat Minnesota und Senator gewesen. Er setzte sich für Bürgerrechte, Minderheiten sowie den Umweltschutz ein und sprach sich gegen hohe Militärausgaben aus.

          Der amtierende amerikanische Präsident Joe Biden würdigte Mondale als Patrioten und „geschätzten Freund und Mentor“. „Es war Walter Mondale, der die Vizepräsidentschaft als volle Partnerschaft definierte und damit ein Vorbild für meine Arbeit lieferte“, schrieb Biden. Als Obama ihn zum Vizepräsidenten machen wollte, habe er als erstes Mondale angerufen. Am Wochenende hätten Biden und seine Frau Jill noch mit ihm und dessen Familie gesprochen.

          Juli 1976: Jimmy Carter (links), damals Präsidentschaftskandidat der Demokraten, und sein Vizepräsidentschaftskandidat Walter Mondale beim Parteitag im Madison Square Garden in New York
          Juli 1976: Jimmy Carter (links), damals Präsidentschaftskandidat der Demokraten, und sein Vizepräsidentschaftskandidat Walter Mondale beim Parteitag im Madison Square Garden in New York : Bild: dpa

          Im Jahr 1984 zog Mondale selbst als Kandidat der Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf, verlor aber haushoch gegen den republikanischen Amtsinhaber Ronald Reagan. Zu seiner Niederlage trug nach damaliger Auffassung bei, dass er für den Fall eines Wahlsieges Steuererhöhungen angekündigt hatte.

          Als historisch galt seinerzeit, dass Mondale eine Frau, die New Yorker Juristin Geraldine Ferraro, als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt benannte. Damit habe er auch der heutigen Vizepräsidentin Kamala Harris den Weg bereitet, schrieb Obama auf Twitter.

          Unter Präsident Bill Clinton wurde Mondale Jahre später Botschafter in Tokio. In einer bewegenden E-Mail habe sich Mondale erst kürzlich von seinen Weggefährten verabschiedet, berichtete der Sender CNN. Es sei tröstlich, dass mit Joe Biden wieder ein Demokrat im Weißen Haus sitze, schrieb er demnach.

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