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„Charlie Hebdo“-Prozess : Die Idee, die man nicht töten kann

„Je suis Charlie“ – Ich bin Charlie: Gedenken an die Opfer des Attentats auf die Redaktion des französischen Satiremagazins im Januar 2015 Bild: dpa

Der „Charlie Hebdo“-Prozess sollte den Riss heilen helfen, der seit den islamistischen Anschlägen im Januar 2015 durch die französische Gesellschaft geht. Doch er hat viele Hoffnungen nicht erfüllt. Am Mittwoch wird das Urteil erwartet.

          5 Min.

          Ein letztes Mal vor der Urteilsverkündung haben die Angeklagten am Montag in den Boxen im Justizpalast von Paris Platz genommen. Ein letztes Mal drehen sich die Videokameras, die den „historischen“ Prozess für die Nachwelt aufzeichnen. Frankreich wollte vor Gericht den gesellschaftlichen Bruch aufarbeiten, den die islamistischen Terroranschläge vom Januar 2015 markieren. Doch der Messerangriff vor dem früheren Redaktionssitz von „Charlie Hebdo“ in der Rue Nicolas Appert am 25. September und die Enthauptung des Geschichtslehrers Samuel Paty am 16. Oktober haben den langsamen Heilungsprozess unterbrochen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Schockwellen über die Ermordung des Geschichtslehrers Paty, der seinen Schülern eine Mohammed-Karikatur im Unterricht zur Pressefreiheit gezeigt hatte, erreichten auch den gläsernen Justizpalast. „Sie können uns alle töten, es wird nichts ändern, denn Charlie ist längst eine Idee geworden“, sagte Richard Malka, der Anwalt der Satirezeitung „Charlie Hebdo“, in seinem Abschlussplädoyer. „Eine Idee kann man nicht töten! ,Charlie Hebdo‘ ist zu einem Symbol geworden“, sagte er.

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