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Alternativer Nobelpreis : Die Wahl fällt diesmal auf weniger bekannte Aktivisten

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Der belarussische Menschenrechtlert Ales Beljazki in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014 Bild: dpa

Im Fokus des Alternativen Nobelpreises stehen in diesem Jahr Menschenrechtler und Aktivisten, die weltweit weniger bekannt sind. Die Auszeichnungen gehen nach Iran und Belarus, Nicaragua und Amerika.

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          Während im Vorjahr mit Greta Thunberg noch ein Name mit weltweiter Bekanntheit unter den Alternativen Nobelpreisträgern aufgetaucht war, stehen die Geehrten diesmal nicht ganz so sehr im globalen Rampenlicht. Das ändert nichts daran, dass sie für wichtige Dinge kämpfen. Ein Überblick über diejenigen, die die Auszeichnung in diesem Jahr erhalten:

          Ales Beljazki und das Menschenrechtszentrum Wesna in Belarus: Die Lage in Belarus (Weißrussland) und die Proteste gegen den autoritären Machthaber Alexander Lukaschenko werden von der Welt seit Wochen genau verfolgt. Der 58 Jahre alte Beljazki hat sich schon viele Jahre vorher für die Demokratie und Freiheit in seinem Land eingesetzt. Der Menschenrechtler und das von ihm gegründete Zentrum Wesna sind zu einer Intitution der Menschenrechte in einem Land geworden, das oft als „die letzte Diktatur Europas“ bezeichnet wird. Auch Verhaftungen und mehrere Jahre im Gefängnis hielten ihn nicht von einer Arbeit ab – auch und gerade während der Großproteste nach der umstrittenen Präsidentenwahl. Wesna ist zudem einer der wichtigsten Kanäle, der über die Festnahmen der Demonstranten berichtet.

          Nasrin Sotudeh (Iran): Zuletzt kämpfte sie vor Gericht unter anderem für Frauen, die aus Protest gegen die iranische Gesetzeslage in der Öffentlichkeit ihre Kopftücher abgenommen hatten. Die in Teheran geborene Rechtsanwältin verteidigte nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009 während der Proteste gegen die Regierung eine Reihe verhafteter Aktivisten, später vertrat sie die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Außerdem kämpft sie gegen die Todesstrafe in dem Land. All das hat die 57 Jahre alte Sotudeh mehrmals ins Gefängnis gebracht, dort sitzt sie auch heute: Im März 2019 war sie unter anderem wegen „Schürens von Korruption und Prostitution“ zu mehr als drei Jahrzehnten Haft und fast 150 Peitschenhieben verurteilt worden. Auch ihre Familie berichtet von Festnahmen und schwerwiegenden Übergriffen.

          Nasrin Sotudeh 2013, nachdem sie nach aus einer dreijährigen Haft freigelassen wurde. Mittlrweile ist sie wieder inhaftiert.
          Nasrin Sotudeh 2013, nachdem sie nach aus einer dreijährigen Haft freigelassen wurde. Mittlrweile ist sie wieder inhaftiert. : Bild: dpa

          Bryan Stevenson (Vereinigte Staaten): Immer wiederkehrende Fälle übermäßiger Polizeigewalt und die Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter haben die Rassismusdebatte in den Vereinigten Staaten in diesem Sommer abermals befeuert. Der 60 Jahre alte Stevenson zählt zu den führenden Bürgerrechtsanwälten seines Landes, sein oberstes Ziel ist seit langem die Reform der amerikanischen Strafjustiz, die übermäßig viele Schwarze und Arme ins Gefängnis bringt. Der in Harvard ausgebildete Jurist will erreichen, dass alle amerikanischen Bürger unabhängig von der Hautfarbe die gleichen Rechte genießen. Grundlage seines Kampfs ist die Überzeugung, dass Justiz und Gesellschaft vor dem Hintergrund der Geschichte der Sklaverei und weißer Überlegenheitsgesinnungen weiter von systematischem Rassismus durchdrungen seien.

          Lottie Cunningham Wren (Nicaragua): Die 61 Jahre alte Rechtsanwältin gehört dem indigenen Volk der Miskito an, das vor allem an der Karibikküste im nicaraguanischen Grenzgebiet zu Honduras lebt. Trotz  regelmäßiger Einschüchterungsversuche kämpft Cunningham dafür, dass Indigene in Nicaragua ihr Land und die damit verbundenen Ressourcen behalten dürfen und besser vor Ausbeutung geschützt sind. Dabei ist es ihr unter Berufung auf nationale und internationale Gesetze gelungen, dass es mittlerweile Landrechte für indigenen Boden in ihrem Heimatland gibt – ein Fortschritt, der auch indigenen Gemeinschaften in anderen Ländern bei ihrem rechtlichen Streit für den Schutz ihres Lebensraums nützen kann.

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