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„Lektion“ für die Bevölkerung : Taliban hängen Leichen von vier Entführern auf

  • Aktualisiert am

Menschen in Herat betrachten am 25. September die von Kränen hängenden Leichen von vier Entführern, die zuvor von den Taliban erschossen worden waren. Bild: AP

In der Stadt Herat stellen die Taliban die Leichen von vier Entführern zur Schau, die sie zuvor erschossen hatten. Dies sei eine „Lektion“ für die Bevölkerung, dass solche Akte nicht geduldet würden, sagt einer ihrer Sprecher.

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          Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben am Samstag in der westlichen Stadt Herat die Leichen von vier mutmaßlichen Entführern aufgehängt, die sie zuvor erschossen hatten. Der stellvertretende Gouverneur der Provinz Herat, Schir Ahmed Muhadschir, erklärte, das Aufhängen der Leichen an Kränen solle eine „Lektion“ dafür sein, dass Entführungen nicht geduldet würden.

          Die Zurschaustellung der Leichen ist die schwerste öffentliche Bestrafung seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August. Auf einem Video war einer der erschossenen Männer zu sehen, der von einem Kran herabhing und auf seiner Brust die Warnung trug: „So werden Entführer bestraft.“

          Die Entführer wurden bei einem Schusswechsel getötet

          Muhadschir sagte, die Sicherheitskräfte seien darüber informiert worden, dass am Samstagmorgen ein Geschäftsmann und dessen Sohn in Herat entführt worden seien. Daraufhin habe die Polizei die Ausfallstraßen gesperrt und die Taliban hätten an einem Kontrollpunkt Stellung bezogen.

          Dort habe es einen Schusswechsel gegeben. Nach einem Feuergefecht von wenigen Minuten sei „einer unserer Mudschahedin verletzt“ gewesen, während „alle vier Entführer getötet worden“ seien, sagte Muhadschir in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

          „Wir sind das Islamische Emirat“, sagte Muhadschir. „Niemand sollte unserer Nation Schaden zufügen.“ Die Taliban haben nach ihrer Machtübernahme eine Regierung gebildet und bemühen sich um internationale Anerkennung. Es bestehen Befürchtungen, dass in Afghanistan wieder ähnliche Gräueltaten verübt werden wie während ihrer Herrschaft in den Jahren 1996 bis 2001. 

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